Das Leben ist schön

Selbstgemachte Ravioli mit zweierlei Füllung in Salbeibutter geschwenkt

Als ich vor langer Zeit mal eine handbetriebene Nudelmaschine besessen habe, hatte diese auch einen Aufsatz für Ravioli. Einmal probiert, den Aufsatz komplett mit Füllung eingeschmiert und die Handherstellung von Ravioli gehörte für mich der Vergangenheit an. Bis heute. Ich wollte nämlich einen zweiten Versuch starten und hatte mir zwei verschiedene Raviolibrettchen aus Alu-Guss gekauft. Den Einsatz dieser hatte ich im GSV schon mal gesehen und das sah aus, als ob es funktionierte. Der finanzielle Einsatz hielt sich in Grenzen, also hab ich es gewagt. Heute nun brachte unser äußerst netter DHL-Fahrer mein Paket und ich besorgte im Lädsche rasch noch die fehlenden Zutaten für meine ersten selbstgemachten Ravioli.

Die Füllung bestand im wesentlichen aus Resten. In diversen Kochbüchern hatte ich nicht wirklich interessante Füllungen gefunden, darum habe ich mich einfach auf meinen Geschmack verlassen (das hat vor 15 Jahren schon mal funktioniert, als ich meinen Mann geheiratet habe) und freestyle was aus Resten zusammengebastelt.

Zunächst mal hier ein Bild meiner Brettchen. Ich war mir nicht sicher, welches davon besser funktionierte, zumal die Größe im Internet nicht so genau zu erkennen war, darum habe ich beide gekauft. Ich habe auch zwei verschiedene Füllungen geplant, um beide Brettchen ausprobieren zu können. Die runden Vertiefungen sind etwas tiefer als die eckigen und nehmen mehr Füllung auf.

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Für die erste Füllung habe ich die Reste meines Schweinefilets von gestern genommen. Dazu ein bisschen Spinat, Frischkäse (Ricotta gibts im Lädchen nicht), gewürzt mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss.

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Das Schweinefilet habe ich im Blitzhacker zerkleinert, zusammen mit dem gut ausgedrückten Spinat und dem Frischkäse in eine Schüssel gefüllt und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss gewürzt. Abgeschmeckt kann ich jetzt nicht behaupten, weil ich durch meine starke Erkältung immer noch kaum etwas schmecke. Bisschen Knofi war auch noch im Gefrierschrank, der kam noch mit dazu, ich hab ja schon geschrieben, dass ich heute Resteverwertung betrieben habe.

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Mit einer Gabel gut verrührt ist die erste Füllung schon fertig.

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Die zweite Füllung war genauso schnell zusammengerührt. Ich hatte noch geriebenen Parmigiano von gestern übrig, außerdem drei kleine Kugeln Büffelmozzarella. Darum habe ich beschlossen, eine reine Käsefüllung herzustellen. Den Rest vom Frischkäse dazu, nur mit wenig Salz und etwas Pfeffer gewürzt, fertig.

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Dann hatte ich irgendwie einen kleinen Aussetzer oder doch zu viel in meinen Pastakochbüchern gestöbert. Ich habe in letzter Zeit oft Nudelteig gemacht, immer halb Pastamehl, halb Hartweizengrieß, dazu Eier und Salz. Und heute? Nehme ich tatsächlich normales Mehl, kein Hartweizengrieß, etwas Olivenöl dazu und wundere mich während des Knetens, warum der Teig so anders wird als sonst. Klebriger und irgendwie komisch. Naja… der Teig war sehr feucht, ich hab dann noch ein paar EL Hartweizengrieß untergeknetet, dann ging es. Ich ließ ihn noch etwas ruhen und teilte ihn dann in Stücke, um ihn durch den Pastavorsatz meiner Küchenmaschine zu schicken.

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Das Brettchen, das ich vorher schon gespült und gut abgetrocknet hatte, muss gut ausgemehlt werden. Ich begann mit den runden Ravioli und der Spinatfüllung. Nun wird der ausgerollte Teig über das Brettchen gelegt und ein bisschen in die Vertiefungen gedrückt, er schnellte sofort wieder hoch, großer Mist, und mit meinen Fingernägeln hab ich Löcher reingebort. Das geht ja gut los. Also auf gut Glück auf den Teig über den Vertiefungen einen TL Füllung abgeladen und diesen dann mit dem Löffelchen ins Loch gedrückt. Das funktionierte. Sehr gut sogar.

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Nun habe ich die Ränder über den geriffelten Stegen mit Wasser benetzt und eine zweite Schicht ausgerollten Nudelteig (diese Nudeln habe ich bis Stufe 7 von 9 ausgerollt) drübergelegt. Man sollte von einer Seite zur anderen rüberlegen und gleich ein bisschen den Teig feststreichen, damit man nicht zuviel Luft einarbeitet. Beim zweiten Blech hatte ich es gut raus.

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Bei den Brettchen waren auch kleine Rollhölzer dabei, mit denen man nun über den Teig rollt, dabei sollten sich die Stege durch den Teig drücken und die Ravioli verschließen und gleichzeitig voneinandern trennen. Das funktioniert so natürlich nicht. Am besten geht es, wenn man erst mal nur über die Randstege rollt und dann das Rollholz jeweils über einen Mittelsteg legt und nur ganz kurze Rollbewegungen macht, bis sich der gezackte Steg durch den Teig gedrückt hat. Wenn alle Ravioli voneinander getrennt sind, kann man das Blech umdrehen und die Ravioli herausstürzen. Als ich alle Spinatravioli fertig hatte, gings an die Käseravioli. Die hab ich im zweiten Blech hergestellt. Kleine Änderung zum ersten: Ich hab noch eine Stufe weiter ausgerollt, der Teig war also noch einen Hauch dünner. Ob es jetzt daran lag, an der Übung, die ich inzwischen hatte oder daran, dass das Blech besser funktionierte – die zweite Sorte war deutlich schneller fertig als die erste. Ich hatte einen Lauf!

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Und hier nun meine komplette Ausbeute. Ich war wohl bei der Teigherstellung sehr zuversichtlich, was den Hunger meines Mannes anging (ich selbst hatte heute mittag schon ausgiebig gegessen und eben nur einen Probierhappen genommen). 40 Käseravioli und 34 Spinatravioli. Sollte reichen.

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Um den Geschmack nicht durch zu viel Sauce zu überdecken, habe ich nur etwas Butter erhitzt und ein paar Salbeiblätter darin gebraten. In dieser Salbeibutter wurden die gekochten Ravioli geschwenkt.

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Der erste Schwung ist fertig, 7 von jeder Sorte für Markus. Der ließ sie sich schmecken und hatte heute nur die eine Aufgabe, mir zu sagen, welche Sorte ihm besser schmeckt. Eine Aufgabe, der er am Ende nicht gewachsen war, weil er sich für keine Füllung als Sieger entscheiden konnte.

Ravioli

Aber immerhin fand er genügend Gefallen daran, so dass ich noch eine zweite Portion ins Kochwasser gleiten ließ. Die Nudelherstellung war jedenfalls ein voller Erfolg. Die Arbeit war jetzt nicht so aufwendig, dass man groß überlegen müsste, ob man sich das antut. Und das Ergebnis spricht für sich. Es geht kaum etwas über selbst hergestellte Pasta. Rasch noch eine Portion meinen Vermietern hingestellt und auch für uns ist noch genug für ein zweites Abendessen übrig.

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