Das Leben ist schön

Thailändisches Kürbis-Curry mit Erdnüssen

Ich liebe thailändische Currys und ein ganz tolles habe ich mir gestern aus einem meiner neuen Kochbücher herausgesucht. Es passt hervorragend in die Jahreszeit, denn Kürbis ist die Hauptzutat.

Unser Asienladen hat immer eine große Auswahl an Currypasten vorrätig, die für ein Thai-Curry absolut essentiell sind. Dies sogar in Portionspackungen. Aber ganz ehrlich, so gut die auch sind, mir schmecken die Currys am allerbesten, wenn ich die dazugehörige Currypaste selbst hergestellt habe. Diese Fülle an Aromen, die durch das langsame Zerstampfen der einzelnen Zutaten entstehen, kann keine fertig gekaufte Currypaste haben.

Passend zur Farbe des verwendeten Hokkaido habe ich für dieses Curry eine orange Currypaste hergestellt. Diese kommt mit wenigen aber dafür sehr markanten Zutaten aus. Knoblauch, Schalotten, Salz, viel Chili, frische Kurkumawurzel, Garnelenpaste und – weil ich es liebe und ich finde, dass es dran gehört – Zitronengras.

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Da ich weiß, wie gemein meine kleinen roten Schoten vom Tabasco-Strauch sind, habe ich insgesamt nur die Hälfte der Chilimenge verwendet und diese auch 1:1 Tabasco und etwas größere und damit nicht ganz so scharfe Chilischoten zusammengestellt. Für Currypasten werden meistens getrocknete Chilischoten verwendet, die aber vor der Verarbeitung kleingeschnitten und in Wasser eingeweicht werden.

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Während die Chilischoten einweichen, habe ich auch schon mal die anderen Zutaten abgewogen, geschält und kleingeschnitten. 1 Schalotten (40g), 2 große Knoblauchzehen (30g), ein Stengel Zitronengras (nur den unteren weißen Teil verwenden) und ca. 2EL von der Kurkumawurzel. Aus zweierlei Gründen sollte man Einweghandschuhe bei der Verarbeitung tragen. Die Chilischoten sind extrem scharf und wenn man sich mit den Fingern anschließend in den Augen reibt oder andere empfindliche Körperteile berührt, kann das wirklich unangenehm werden. Außerdem färbt die Kurkumawurzel natürlich extrem gelb.

Die Chilischoten sind inzwischen eingeweicht, alles andere steht auch bereit.

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Man beginnt immer mit den härtesten Stücken und zerstößt diese in dem großen Steinmörser. Das festeste ist in diesem Fall die Chili und ich benötige eine ganze Weile, um die Schalen so weit zu zerstoßen. Das hinzugefügte Salz, 1TL davon, hilft etwas dabei, die Chilis zu zerreiben. Als nächstes ist das Zitronengras dran.

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Kräftig trifft der Stößel auf die festen Ringe des Zitronengrases und zerquetscht diese. Currypastenherstellung ist eine anstrengende aber fast meditative Arbeit. Dabei kann man wunderbar abschalten.

Für die kräftig orange Farbe kommt nun das stark färbende Kurkuma dazu und wird ebenfalls komplett klein gedrückt.

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Die letzten zu zerstoßenden Zutaten sind nun noch die Schalotten und der Knoblauch.

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Wenn diese verarbeitet sind, wird noch ein EL Garnelenpaste untergerührt. Garnelenpaste stinkt gar schrecklich, aber wirklich, die gehört da rein. Sie gibt dem Gericht hinterher diesen typisch thailändischen Geschmack. Genau wie Fischsauce ist sie ein entscheidender Teil in der Thaiküche.

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Die Currypaste ist fertig, ungefähr 30 Minuten habe ich insgesamt für die Herstellung gebraucht. Ich benötige für mein Kürbiscurry nur 2 EL davon, den Rest friere ich portionsweise ein und sie schmeckt selbst aufgetaut immer noch besser als die fertigen Pasten. Es lohnt sich wirklich!

Für das Curry benötige ich nun auch noch Erdnüsse, die ich immer selbst anröste. Ca. 100g frische Erdnüsse gebe ich mit etwas Öl in eine Pfanne und lasse sie unter häufigem Rühren braun werden. Dann werden sie etwas abgetupft  und zu den restlichen Zutaten gestellt.

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Für das Kürbiscurry benötige ich nun

  • 2 EL Currypaste
  • 4 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Galgant
  • 300ml Kokosmilch
  • 500ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Fischsauce
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 kleiner Hokkaidokürbis, in Würfel geschnitten
  • 3 kleine Süßkartoffeln, in Würfel geschnitten
  • 100g Erdnüsse
  • 3 Kaffir-Limettenblätter
  • ein paar geröstete Kürbiskerne

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Los gehts. In etwas Öl werden zuerst die gehackten Knoblauchzehen und Schalottenwürfel angebraten. Bei geringer Hitze ca. 10 Minuten, sie sollen goldbraun sein, dürfen aber nicht schwarz werden, weil sie sonst bitter schmecken.

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Dann kommt die Currypaste hinzu und wird ganz kurz mit angeschwitzt. Sie ist durch den hohen Chilianteil beißend scharf und das riecht man auch beim Braten. Aber der typische Geruch eines Thaicurrys kommt hier schon durch.

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Dann kommen die Kürbiswürfel, die Süßkartoffeln und die Limettenblätter dazu und es wird mit der Gemüsebrühe abgelöscht. Dabei schön umrühren. Bei geschlossenem Deckel darf der Kürbis nun 15 Minuten schmoren.

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Nach den 15 Minuten ist der Kürbis schon viel weicher.

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Ich gebe nun noch die Kokosmilch hinzu, dann die Erdnüsse und den feingewürfelten Galgant. Außerdem würze ich mit Sojasauce und Fischsauce. Mmh, es duftet schon köstlich.

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Noch ein paar Minuten köcheln lassen bis der Kürbis fertig ist, dann probiere ich mal. Mir fehlt noch eine süße Komponente, daher lasse ich zwei kleine Würfel Palmzucker in der Soße schmelzen. Dann ist’s perfekt.

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Bei offenem Deckel lasse ich die Soße noch etwas einreduzieren. Zwischendurch habe ich als Beilage Duftreis zubereitet, der inzwischen auch fertig ist. Darum geht’s jetzt auf den Teller.

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Und wie schmeckt das ganze nun? Ich sag nur: himmlisch! Beißende Schärfe, die durch die Kokosmilch etwas abgemildert wird, dazu eine Aromenfülle, die kaum zu beschreiben ist. Fruchtig frisch durch die Limettenblätter und das Zitronengras, Fischsauce und Garnelenpaste geben ihren würzigen Geschmack ab, der nussige Geschmack der Erdnüsse und der darübergestreuten Kürbiskerne rundet das Gericht hervorragend ab. Das war wieder mal ein absolutes Highlight.

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