Das Leben ist schön

Orangenmarmelade

Markus liebt von allen Konfitüren und Marmeladen am liebsten die bittere Orangenmarmelade, die es in Deutschland aber nur in ausgesuchten Geschäften zu hohen Preisen zu kaufen gibt. Die Supermarktware ist leider nicht ganz sein Geschmack und so kam ich auf die Idee, diese Marmelade mal selbst zu kochen.

Angeregt durch den Bär vom GSV  habe ich mir im letzten Winter direkt von Mallorca die dafür nötigen Bitterorangen (Pomeranzen) gekauft, ohne die eine echte Orangenmarmelade nicht auskommt. Ein erster Versuch verlief auch sehr erfolgreich, nur die 5 Gläschen, die ich rausbekommen hatte, waren schneller geleert, als ich gucken konnte.

Den Rest der Orangen hatte ich im Winter noch eingefroren und diese nun, da ich im Urlaub endlich Zeit dafür gefunden habe, zu weiterer Marmelade verarbeitet, dieses Mal habe ich aber auch daran gedacht, Fotos zu machen.

Ich hatte noch 3 Kilo Orangen und benötige für die Marmelade in dieser Menge noch 6 Zitronen, 4,5 Kilogramm Zucker und 6 Liter Wasser.
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Als erstes werden nun die Zitronen und Orangen gründlich ausgepresst und der Saft aufgefangen.

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Fruchtfleisch und Kerne, die sich bei mir in der Presse im Sieb sammeln, hebe ich auf, da in den Kernen, Seitenwänden und in den weißen Häuten viel Pektin drinsteckt, das für die feste Konsistenz der Marmelade benötigt wird.

Wenn alle Orangen ausgepresst sind, wird der Saft in einen genügend großen Topf gegeben und das Wasser kommt dazu. Dann kratze ich noch die weißen Innenhäute aus den Orangenschalen heraus und gebe sie zu dem Fruchtfleisch und den Kernen.

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Die übrig gebliebenen Schalenhälften (nur von den Orangen, die Zitronenschalen werden weggeworfen) werden nun in Streifen geschnitten. Bei 3 Kilo Orangen ist das eine Menge Arbeit. Man kann die Schalen auch durch den Fleischwolf jagen, hat dann aber eher Krümel als Streifen und Markus mag lieber Streifen und Stücke als so kleines Gefitzel.

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Die Schalen kommen auch mit ins Wasser-Saft-Gemisch rein und die Innenschalen und Kerne gebe ich in ein Baumwolltuch (Musselin ist besser, hatte ich aber nicht), binde es zu und hänge es ebenfalls ins Wasser. Diese Mischung lasse ich so über Nacht stehen und ziehen.

Am nächsten Morgen gehts weiter. Jetzt müssen die Schalen und Kerne gekocht werden, die Schalen werden dabei ganz weich. Wichtig ist, hier noch keinen Zucker zuzugeben, der kommt erst später. Ca. 2 Stunden köcheln, dann sind die Schalen schön weich. Ich hole auch das Tuch aus dem Wasser, lasse es etwas abkühlen und dann muss es wirklich sehr sehr gründlich ausgedrückt werden. Dabei kommt das ganze Pektin rausgelaufen (die Hände kleben da richtig von), das muss alles zur Marmelade dazu, weil sie später sonst nicht fest wird. Dieses Mal habe ich nicht fest genug gepresst, darum musste ich später noch Pektin in Pulverform dazugeben, es ist also wirklich wichtig, hier gründlich zu arbeiten.

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Nun erst kommt der Zucker zu der noch warmen Marmelade und wird durch Umrühren aufgelöst. Wenn es beim Rühren nicht mehr knirscht, kann man den Herd wieder anschalten und die Marmelade nun fertig kochen. Ca. 30-50 Minuten dauert es nun noch, bis die Marmelade soweit eingekocht ist, dass sie beim Abkühlen fest wird (Gelierprobe unbedingt machen).

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Dann kann die heiße Marmelade in Gläser gefüllt werden, dabei sollte man darauf achten, dass man die Schalen gleichmäßig verteilt. Wenn man die Gläschen verschließt und sofort auf den Kopf stellt, ziehen sich die Twist-Off-Gläser auch schnell zu. Auf das zusätzliche Aromatisieren der Marmelade habe ich dieses Mal verzichtet. Beim letzten Batch hatte ich ein paar Gläser mit Vanilleschoten bzw. mit Whisky versetzt, aber Markus fand die Originalrezeptur einfach am besten, und da ich selbst Orangenmarmelade nicht so gern esse, habe ich mich da nach seinen Wünschen gerichtet.

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20 Gläser in unterschiedlichen Größen habe ich rausbekommen, diese Menge war schon nicht mehr so einfach zu händeln, beim nächsten Mal also wieder portionsweise von 1 oder maximal 2 Kilo Orangen.

Und zu einem guten Frühstück gehört für meinen Mann diese Marmelade einfach dazu. Die Schalen in unterschiedlich großen Stücken, der süß-bittere Geschmack, das macht für ihn eine echte Marmelade aus.

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