Das Leben ist schön

Schottland 2014 – Oban, Tain und Culloden

Einige spannende Sachen haben wir in den letzten Tagen gemacht. Begonnen hatte der Mittwoch damit, dass Markus uns für den Sonntag eine Bootstour zu den Inseln Staffa und Lunga gebucht hat. Auf Staffa gibt es beispielsweise die Fingal-Höhle, die wir uns anschauen wollen, aber der eigentliche Grund für die Fahrt sind – Puffins! Zu deutsch Papageientaucher, eine der drolligsten Vogelarten, die man sich nur vorstellen kann. Auf Lunga leben riesige Kolonien dieser Vögel und auch wenn wir für die Fahrt sehr früh aufstehen müssen, freuen wir uns schon total darauf. Ich werde auf jeden Fall berichten.

Die Bootsfahrt geht von Oban aus, und da wir nicht genau wussten, wie lange wir für diese Strecke brauchen – sind wir sie am Mittwoch einfach mal abgefahren. Vorher gab’s aber natürlich ein reichhaltiges Frühstück. Ich begnüge mich ja immer mit Fruchtsalat, Joghurt und Toast, Markus‘ Teller sieht hingegen immer so aus.

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Nach 2,5 Stunden in Oban angekommen, schauten wir uns ganz genau an, wo wir parken können und an welchen Schalter wir müssen, damit morgen auch nichts schiefgeht. Oban an sich war nicht sonderlich aufregend, aber in der Gegend gab es eine Menge Geocaches und so haben wir ein paar davon gesucht und gefunden. Ein Stück nördlich von Oban ist unter anderem die Gegend, in der Teile der Harry Potter Filme gedreht wurden, beispielsweise das berühmte Glenfinnan Viaduct ist Harry-Potter-Fans schon im Film begegnet. Und so bezogen sich natürlich auch viele Caches auf diese Geschichten. Einer der wenigen anderen führte uns auf diesen massiven Felsen.
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Aber auch von unten hatten wir einen schönen Blick über die von Meerbusen durchzogene Landschaft.

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Und zum Glenfinnan Viaduct sind wir natürlich auch noch gefahren, auch wenn das vom fliegenden Auto aus betrachtet deutlich imposanter wirkt als von unten.

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Nach einem schnellen Abendessen bei McDonalds in Fort William brachen wir wieder in Richtung Drumnadrochit auf, wo wir relativ spät ankamen.

Eine ganz andere Richtung, aber auch zum Geocachen, schlugen wir gestern ein. Uns zog es nach Osten an die Küste, allerdings sind wir nicht bis ganz in den Norden nach John O’Groats gefahren sondern nach Tain und von dort nach Portmahomack und an die Spitze Tarbat Ness. Dort ist einer der schönsten und höchsten Leuchttürme Schottlands.

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Natürlich gingen wir auch dort eine Weile cachen und kletterten über die Felsen nach unten. Leider haben wir an diesem Tag weder Delfine noch Robben gesehen, die man dort manchmal entdecken kann. Aber überall – wie in ganz Schottland – verbreitet der leuchtend gelb blühende Ginster seinen schweren Duft. Auch Glockenblumen gibt es hier reichlich, so dass manchmal ganze lila Teppiche die Erde bedecken.

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Eine kleine Bucht fanden wir ebenfalls, die über und über mit Steinen unterschiedlichster Größe bedeckt war – und die waren so schön, dass ich mir dort ein paar Andenken sammelte, die ich auf dem Weg nach oben kaum transportieren konnte. Mit mehreren Kilo Steinen in der Hand läuft es sich schlecht einen steilen Pfad nach oben 😉

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Noch ein paar Bilder dieser bezaubernden Landschaft will ich Euch nicht vorenthalten.

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Auf dem Rückweg Richtung Tain kamen wir durch Portmahomack, wo wir ebenfalls ein paar Caches finden wollten, was uns aber wegen der teilweise sehr belebten Stellen nicht gelingen wollte. Und so kaufte ich einfach nur ein paar Briefmarken, und Markus machte ein paar Fotos von dem hübschen Küstenstädtchen.

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Ein Stück weiter hinter Tain – einer Stadt, die wir nicht ganz so hübsch fanden – liegt das Glen Morangie und dort auch die Destillerie Glenmorangie. Diese Destillerie ist die mit den höchsten Brennblasen in ganz Schottland. Weltweit die Nummer 4, in Schottland die Nummer 1 was ihre Verkaufszahlen angeht, ist das also eine ganz große. Und ganz ehrlich, ich mag den vanilligen Whisky aus Bourbonfässern aus dieser Destillerie sehr gern. Eine Führung hatten wir vor 3 Jahren schon mal gemacht, aber wir liefen einfach noch mal mit. Die Führung war eine der besseren und sehr interessant und die Brennblasen, die man mittlerweile nicht mehr fotografieren darf, sind wirklich beeindruckend. 6 von jeder Sorte (Wash Still und Spirit Still) hat die Destillerie im übrigen. Im Jahr 2011 durfte man dort noch fotografieren und damals entstand dieses Handyfoto.

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Dieses Mal haben wir nur von außen eins gemacht. Witzig fand ich, dass der größte Teil der Gruppe aus Deutschland war, ein Pärchen sogar aus unserem Landkreis stammte – das Autokennzeichen hat’s verraten.

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Mit unserem Abendessen – wir genießen hier sehr häufig die Vielfalt der angebotenen Sandwiches – kehrten wir heim, aßen zu Abend, lasen noch etwas und gingen dann früh ins Bett.

Heute war Markus‘ Geburtstag. Der begann sehr früh mit einem fröhlichen Geburstagslied von mir – wohl etwas zu früh, denn Markus fand es nicht toll, um 5:55 geweckt zu werden. Das gute Frühstück riss das aber wieder raus und kurz danach brachen wir auf, um einen der geschichtträchtigsten Orte der Highlands zu besuchen – das Culloden Battlefield, auf dem am 16. April 1746 der Aufstand der Jakobiter unter Prince Charles Edward Stuart niedergeschlagen wurde. Bonnie Prince Charles, wie der hübsche Thronanwärter auch genannt wurde, überlebte und konnte, als Frau verkleidet, später nach Frankreich und Italien fliehen, wo er Jahre später dann verstarb.

Das Besucherzentrum ist groß angelegt und erzählt die Hintergründe der Kämpfe sehr gut. Obwohl diese Schlacht weniger als eine Stunde dauerte, starben hier 1500 Anhänger der Jakobiten, vornehmlich Männer der schottischen Clans, die nach dieser Schlacht noch mit drakonischen Strafmaßnahmen belegt wurden, was die Auflösung der schottischen Clans zur Folge hatte.

Im Besucherzentrum wird in einem Film in einem Rundumkino ein kleiner Film der Schlacht gezeigt, eine ziemlich blutige Angelegenheit, die trotzdem sehr eindrucksvoll ist und sich ins Gedächtnis brennt. Mit einem kleinen Battlefield-Guide kann man dann auch über das Schlachtfeld laufen und sieht genau, an welchen Stellen welche Armee stand, das kleine Gerät, das einen GPS-Empfänger enthält, erzählt dann an den entsprechenden Stellen, was dort passierte. Stätten, die solch grausames Abschlachten erlebten, hinterlassen bei mir immer eine bedrückende Stimmung und um uns etwas aufzuheitern, beschlossen wir, ein bisschen einkaufen zu gehen.

An den Straßen hier blühen im Moment hunderte über hunderte Rhododendronbüsche, teilweise mehrere Meter hoch und in Farben, die ich in Deutschland noch nie gesehen habe, sie leuchten förmlich. Und so kauften wir hier in einem Gartenmarkt noch zwei Rhododendron-Pflanzen, die mich zu Hause dann an diesen Urlaub erinnern werden. Markus wollte auch  noch verschiedene Sorten Ginster kaufen, und obwohl man den hier eigentlich überall ausbuddeln könnte (wenn er nicht so stachelig wäre, der ohne Stacheln wächst nämlich nur selten am Straßenrand), nahmen wir auch davon ein paar Büsche mit.

Nachdem wir eben noch unsere Bestellung für ein kleines Lunchpaket morgen aufgegeben haben – da wir früh losfahren, werden wir nicht hier frühstücken sondern etwas mitnehmen – werden wir nun noch den Abend genießen, und ich melde mich wieder, wenn wir die Puffins besucht haben.

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