Das Leben ist schön

Schottland 2016 – Am Strand von Rosemarkie und Fairy Glen

Nach unserem langen Tag im Auto auf Skye wollten unsere Füße auch mal wieder in Aktion treten. Markus fand zum Glück einen passenden Rundweg am Strand von Rosemarkie, mit 10km nicht zu lang. Er hatte Bilder von großen Felsen am Strand gesehen. Der Weg ist nur bei Ebbe begehbar, darum schauten wir vorher nach, ob die Zeit passend für uns wäre. Da der höchste Stand der Flut gegen 15:30 Uhr zu erwarten war, passte das für uns ganz gut. Den Parkplatz direkt am Strand fanden wir sehr schnell und machten uns mit Fotoapparat und Fernglas bewaffnet auf den Weg. Fernglas deshalb, weil Rosemarkie am Beauly Firth an einer Engstelle im Meer gelegen ist und dort oft Delphine zu sichten sind, die dort ihre Futterstelle haben.

Am Anfang war das Laufen am Strand sehr schön. Der Sand war sehr fest und behinderte uns beim Gehen kaum.

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Nur wenige Felsen lagen uns im Weg, die wir gut umrunden konnten. Das Wetter war anfangs bedeckt, später wurde es aber noch schön sonnig.

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Schon nach kurzer Zeit änderte sich aber die Landschaft. Der Sand wurde sandiger und wir sanken bei jedem Schritt ein. Heftiger Wind blies uns entgegen. Warum hat man heftigen Wind eigentlich immer von vorn, egal, in welche Richtung man geht? An der hohen Wand links von uns sahen wir verschiedene Höhlen, die wir natürlich genauestens untersuchen mussten.

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Die Felsen am Strand wurden größer, so dass wir uns unseren Weg dazwischen suchen mussten.

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Und immer wieder mussten wir auch über Felsen klettern um voranzukommen. Etwas weiter oben fanden wir eine richtig tiefe Höhle im Gestein.

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Mir war ganz komisch zumute, es war irgendwie unheimlich, weil es innen auch so dunkel war und man nichts mehr gesehen hat. Markus hat dann den Bildschirm seines Telefons angemacht, um wenigstens eine kleine Lichtquelle zu haben.

Insgesamt liefen wir am Strand 4,2km entlang. Der Weg war richtig anstrengend, weil wir so zu kämpfen hatten. Ich guckte immer mal wieder skeptisch in die Höhe gegen die Wand aus Stein und Pflanzen. Dort irgendwo sollte ein Weg sein, der nach oben führt, wir konnten ihn aber nicht entdecken.

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Auf dem Foto sieht es lange nicht so steil aus, wie es in Wirklichkeit war. Es ging fast senkrecht hinauf, wir konnten gar nicht glauben, dass dort wirklich ein Pfad sein sollte, zumal wir auch absolut keine Stelle gesehen haben, wo das hätte sein können.

Aber auf einmal sah ich drei oder vier kleine Treppenstufen im Hang drin. Als wir die Stelle so ungefähr hatten, sahen wir auf einmal auch den Wegweiser zum Cliffpath. Hier kann man auch erahnen, wie steil der Weg wurde, denn genau da oben mussten wir hoch.

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Wir machten uns also auf den Weg. Ein kleiner Trampelpfad, nicht breit genug, um beide Füße nebeneinander zu stellen, führte zunächst durch hohes Gras bis an die Steilwand hin. Und dann ging es über sehr sehr hohe Treppenstufen hinauf. So hoch waren die Stufen, dass ich meine kurzen Beine kaum hochbekommen habe. Puh, war das anstrengend.

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Auf diese Weise gewannen wir aber sehr schnell Höhe und ca. auf halbem Weg hatten wir einen sehr schönen Blick runter an den Strand und auf die gegenüberliegende Seite des Firth, wo Fort George liegt.

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Als wir endlich mit Prusten und Schnaufen nach ca. 1km Weg hinauf ganz ganz oben standen, konnten wir sehen, dass auch auf unserer Seite eine Landzunge ganz weit in den Firth hineinragt. Und genau an dieser Engstelle haben die Delphine ihren Futterplatz, gesehen hatten wir allerdings keine, so sehr wir auch unser Fernglas bemühten.

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Der Weg führte dann gut ausgebaut in einem sehr großen Bogen um Broomhill und wand sich langsam abwärts. Dieses Stück, ca. 5km lang, war ziemlich langweilig. Wir liefen einfach die Straße entlang und sahen außer ein paar Kühen und Pferden, die sich alle sehr um uns bemühten, nicht viel. Diese Herde begleitete uns ein ganzes Stück am Weg entlang. Zuerst liefen sie schnell auf uns zu, aber die Situation war zum Glück zu keiner Zeit bedrohlich, später folgten sie uns langsam am Zaun entlang, gaben dann aber auf.

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Endlich kamen wir über die Straße und wieder in den Wald hinein. Markus hatte zwar gesagt, dass wir am Ende noch einen Wasserfall sehen würden, aber das hatte ich wohl irgendwie vergessen, so war ich sehr überrascht, dass der Weg sich auf einmal änderte. Der Weg durch den Fairy Glen war ganz anders als die langweilige Straße. Wunderschön wand sich der kleine Pfad am Fluss entlang durch den Wald. Kurze Zeit später fanden wir diesen wunderschönen Wasserfall.

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An der Brücke, die über den Fluss ging, machten wir eine kleine Pause und genossen das sprudelnde Wasser um uns herum.

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Kurze Zeit später kamen wir an einen zweiten Wasserfall, wo große Steine und Baumstümpfe ebenfalls zu einer kleinen Pause einluden.

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Und die ganze Zeit ging es durch dichten Wald über einen kleinen Pfad direkt am Wasser entlang. An einer Stelle lag ein umgestürzter Baum, dessen Wurzeln aber noch im Boden steckten. Anscheinend schon lange, denn viele kleine Äste wachsen nun aus dem Stamm wieder nach oben und bilden neue Bäume.

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Der Weg wand sich noch ein paar Kilometer entlang, aber bald waren wir wieder in Rosemarkie an unserem Auto angekommen. 12km hatten wir am Ende auf der Uhr stehen, davon waren 5 richtig schwierig zu laufen, erst am Strand und dann den steilen Weg bergauf.

Wir beschlossen aber, noch zu der kleinen Landzunge zu fahren, die wir von oben gesehen hatten. Als wir dort ausstiegen, rief uns schon ein Mann zu, wenn wir die Delphine sehen wollen, müssen wir ein Stück am Strand entlang laufen, sie wären nämlich gerade dort. Und tatsächlich. Da wo die vielen Menschen standen, sahen wir dann mehrere Delphine, auch ein ganz junges, durch das Wasser tollen und immer wieder Sprünge in die Höhe machen, und das ganz nah am Ufer, vielleicht 20m entfernt. Sie winkten mit ihren Flossen, und es sah aus, als machten sie das nur für uns. Sie hatten bestimmt auch so viel Spaß im Wasser, wie wir ihn hatten, ihnen dabei zuzusehen. Natürlich hatten wir in der Eile nicht an einen Fotoapparat gedacht und mein Handy hatte gerade seinen Geist aufgegeben, so dass wir dieses Ereignis nicht festhalten konnten. Für gerade 30 Sekunden Video langte meine Akkuladung noch, das Video lade ich dann daheim noch für Euch hoch.

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Der anstrengende Tag hatte damit ein wunderschönes Ende gefunden. Markus kaufte mir noch Eis, und dann fuhren wir sogar noch mal zum Strand von Nigg, um ein paar schöne Steine für den Garten zu sammeln.

Nach dem Abendessen im KFC fuhren wir glücklich und zufrieden wieder in unsere Unterkunft zurück.

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