Das Leben ist schön

Schottland 2017 – Wandern rund um Nairn

Einen Tag ausruhen und dann wieder Gas geben – so hatte ich es eigentlich vorgehabt. Nachdem am Samstag über ganz Schottland dicke Regenwolken hingen, hatten wir den Regentag gut für eine Fahrt nach Huntly genutzt. Ihr wisst schon, was dort ist, richtig? Huntly = Dean’s und das heißt, dass eine große Kiste leckerster Shortbreads im Auto verschwand 😉 Aber nicht nur das. Auf dem Rückweg – es regnete immer noch – schauten wir auch noch bei Simpsons vorbei, einem richtig schönen großen Gartenmarkt. Ich hatte in unserem Garten bei einer Aufräumaktion einen schönen Platz für einen große Rhododendron geschaffen. Und so musste ich mir nur noch einen aussuchen – es ist wieder ein pinkfarbener geworden 🙂

Am Sonntag  überraschte ich Markus dann mit: heute ist der Ben Wyvis dran. Uff. Ich glaube, er hatte gehofft, mich mit der Tour zum Mam Sodhail abgeschreckt zu haben – leider hat er eher das Gegenteil erreicht. Ich hab gesehen, was wir schaffen können und war auf eine Wiederholung aus. Der Ben Wyvis ist ein Stück nordwestlich von Inverness gelegen, ist mit 1046m auch ein Munro und ein beliebtes Ziel für Bergwanderer. Der Pfad hinauf ist auch wesentlich besser angelegt als zum Mam hoch. Wir starteten bei bedecktem Himmel und hielten auf dem schon gut besetzten Parkplatz südlich von Garbat. Von dort aus liefen wir los. Einige größere Gruppen waren schon unterwegs, was mir immer nicht so gut gefällt.

Aufgrund der Wolken hatten wir nicht einmal einen Blick auf den Berg sondern sahen mit Mühe den vorgelegenen Gipfel von An Cabar.


Im unteren Bereich des Weges ist alles noch schön grün und von Wäldern umgeben. Auch ein Bächlein plätschert am Weg entlang und es läuft sich hier wirklich gut.


Nach ungefähr 2 Kilometern wird der Weg merklich steiler und es geht im Zick-Zack fast auf direktem Weg zum Gipfel. Von hier ist der Blick schon wunderschön.


Als es aber nach der Hälfte des Weges bei etwas mehr als einem Drittel zurückgelegter Höhenmeter anfing zu regnen, beschlossen wir, lieber wieder umzukehren. Die Erinnerung an den stürmischen Regen auf dem Mam Sodhail war noch zu frisch und zudem hatte ich auch meine Kapuze vergessen. Nur um einmal oben gewesen zu sein und dann nass zu werden und nichts mehr zu sehen, wollten wir den Weg nicht auf uns nehmen. Leider ließ sich in der dichten Wolkendecke auch keine Besserung erkennen, im Gegenteil – die heranziehenden Wolken wurden immer dunkler. Wir gingen also den Weg zurück und hatten am Ende nur 7 statt 14 Kilometer auf dem Tagesstreckenzähler zu stehen.

Mathilda, die im Urquhart Castle arbeitet, hatte uns gesagt, dass wieder ein großes Kreuzfahrschiff in Invergordon anlegen würde – sie erwartete wieder an die 4000 Gäste extra an diesem Tag. Da wir nicht weit entfernt waren, beschlossen wir, mal einen Blick auf das Schiff zu werfen. Und tatsächlich, im Hafen von Invergordon lag die Carribean Princess.


Ich bedauerte insgeheim die Kreuzfahrer. Kommen auf ihrem Kahn nach Schottland geschippert und das erste, was sie sehen, ist ein Firth voll von alten Ölbohrplattformen. Es werden immer mehr hier bei Cromarty, weil viele ausrangierte Plattformen hier einfach abgestellt werden. Dann werden die Leute in hunderte Busse gesteckt, zum Castle geschleust und in großen Menschenmassen durch das Castle geführt – eine Gruppe ins Restaurant, die nächste in den Shop, die dritte zum Film, danach wird rotiert. Dann gehts in die Busse zurück und wieder aufs Schiff – und was genau hat man dann gesehen? Das wäre wirklich kein Urlaub für mich.

Ich hatte später am Nachmittag noch viel Spaß am Strand von Nigg. Auch wenn man von hier aus auch die Ölplattformen sieht – den Strand mag ich sehr, weil ich hier immer die schönsten Steine finde – und ein paar davon finden jedes Jahr ihren Weg in meine Taschen und landen dann bei uns im Garten als Beetumrandung, am Teich oder einfach nur an einer anderen schönen Stelle 🙂

Dieses Jahr waren wir anscheinend das erste Mal bei Ebbe dort – wir fanden am Strand ganz viele Seesterne, die wir noch nie gesehen hatten. Alles, was noch lebte, warfen wir ins Wasser zurück.


Gestern hatten wir dann schon wieder ein bisschen mehr Lust auf Laufen. Wir wollten wieder mal geocachen gehen und ich hatte eine schöne Serie am River Nairn entlang entdeckt. Zuerst ging es über einen kleinen Nebenarm über eine kleine Brücke. Der Weg führte anfangs durch Wald hindurch und lief sich sehr gut.


Später wurde die Landschaft etwas offener, wir liefen auch mal etwas weiter vom Fluss weg, und es blieb immer schön flach.


Nicht nur der Duft des blühenden Ginsters begleitete uns auf großen Teilen des Weges – auch die Glockenblumen sind allgegenwärtig.


Die Caches waren alle sehr leicht zu finden. Der Fluss ist hier nicht sehr tief und breit.


An einer Stelle war der Fluss so flach, dass wir mal die Wasserfestigkeit unserer Schuhe testeten und durch das Wasser hindurch auf eine kleine Sandbank liefen – allerdings mussten wir sehr vorsichtig sein, weil die Steine sehr glatt waren und unter den Füßen weggerollt sind.


Markus ging sogar so weit, auf dem Rückweg mal kurz ins Wasser zu gehen – aber nur kurz, der Fluss war eiskalt.


Insgesamt liefen wir hier 9k hin und zurück. Das Wetter hielt auch, es war bedeckt aber relativ warm, zum Wandern war es perfekt.

Da der Tag aber noch lang nicht rum war und wir auch grad in der Gegend waren – fuhren wir zum Culbin Forest. Hier landen wir jedes Jahr aufs Neue, laufen durch den auf Sanddünen angelegten Wald und hoffen jedes Jahr wieder, am Strand, wo wir dann rauskommen, die Robben zu sehen.

Wir gingen dieses Mal einen anderen Weg – teilweise auch etwas abseits vom Weg – und kamen dann bei Findhorn am Strand raus – leider auf einer hohen Düne, die vom Wasser ausgewaschen war, und nicht direkt am Strand. Um dort hin zu gelangen, mussten wir uns erst mal runterhangeln – die Wurzel eines Baumes, die ausgespült war, war dabei aber sehr hilfreich 🙂


Wir hatten nun ungefähr 3 Kilometer Strandspaziergang vor uns. Auch wenn es auf den Fotos etwas düster wirkt, es war warm und blieb bis auf ein paar ganz kleine Schauer, fast komplett trocken.


Weit und breit war kein Mensch zu sehen – aber auch keine Robben. Und da es so schön warm war und wir ganz allein, taten wir das naheliegendste. Einfach raus aus den Klamotten und rein ins Wasser. Bei Ebbe nicht ganz so einfach, weil das Wasser sehr flach war – so blieb es dann auch bei nur nassen Beinen, aber schön war es 🙂

Und als wir dann weitergingen, hörten wir auf einmal die Heuler schon bevor wir sie sahen. Auf einer Landzunge lagen sie.


Weil wir die scheuen Tiere nicht unnötig aufscheuchen wollten, hielten wir gebührend Abstand, so dass sie relativ entspannt war. Mit dem Teleobjektiv konnte ich dann auch weit genug ranzoomen und ein paar schöne Bilder machen, ohne sie allzu sehr zu stören.


Nur an einer Stelle, wo der Strand nicht ganz so breit war, mussten wir näher ran und da sind einige der Robben dann aus Vorsicht lieber ins Wasser gerobbt. Man sieht die vielen Köpfe im Wasser 🙂


Ein letzter Blick nach hinten in den Abendhimmel – es wurde auch aufgrund der Wolken langsam dunkel und wir hatten noch ein paar Kilometer vor uns. Das ist immer das, was am wenigsten Spaß macht, der Weg zurück zum Auto. Wir waren schon ziemlich viel gelaufen, es war schon spät und doch mussten wir uns noch ungefähr 5 Kilometer zurückkämpfen. Am Ende des Tages hatten wir wieder 22 Kilometer geschafft – alles flach, aber dennoch waren wir ziemlich lang auf den Beinen und entsprechend auch ganz schön k.o.


Daher gab es nur ein schnelles Abendessen und dann ging es zurück nach Drumnadrochit auf unser Zimmer.

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