Das Leben ist schön

Beef Jerky

Wir bauen mal wieder! Das ist auch der Grund, weshalb ich mich in letzter Zeit etwas rar gemacht habe. Wir haben unseren alten Geräteschuppen neben dem Haus abgerissen, Tonnen von zusammengeklebter Dachpappe entsorgt, sind mit den Füßen in Nägel getreten – und unser ganzes Wohnzimmer steht voll mit Werkzeug, schon vorhandenes und neu dazu gekauftes. Eine neue Werkstatt soll es werden, ein klein bisschen größer als das, was uns der alte Schuppen bot, und so kommt es, dass ich in der letzten Zeit einfach kaum noch gekocht habe.

Aber für den Urlaub, von dem wir jetzt eine Woche hinter uns haben, hatte ich mir zwei kulinarische Dinge vorgenommen. Zum ersten: Endlich mal Pastrami machen. Das Projekt gehe ich morgen an. Und ich wollte auch mal wieder Beef Jerky machen, ein gesunder und leckerer Snack, den es leider viel zu selten bei uns gibt.

Beef Jerky ist Rindfleisch, das dünn aufgeschnitten wird, dann ein paar Stunden in einer Marinade Geschmack annehmen darf und schließlich in einem Dörrgerät, im Backofen oder einem Smoker bei sehr geringer Temperatur getrocknet wird. Es soll nicht garen sondern wirklich nur getrocknet werden.

Ralf von Royal-Spice, einem sehr netten und zuvorkommenden Gewürzladen im Internet, entwickelt im Moment eine Gewürzmischung für Beef Jerky, die noch in der Testphase ist. Er war so lieb, mir eine großzügige Probe davon zur Verfügung zu stellen, und die habe ich nun auch ausprobieren wollen.

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Für Beef Jerky verwende ich immer sehr gern Hüftsteaks, und mein bevorzugtes Fleisch kommt vom irischen Weideochsen. Und so hatte ich eine schöne große Hüfte gekauft, fast 4kg, die Mittelsehne rausgetrennt, dann zwei großzügige Steaks für uns rausgeschnitten und auch noch ein großes Stück für ein Tajinengericht (davon werdet Ihr nachher noch lesen können). Übrig blieben 2kg feinstes Hüftsteak, das so weich und mürbe war, dass das Messer nur so durchgeglitten ist. Ich habe es von Hand in feine Scheiben geschnitten und diese dann in eine Tüte gefüllt.

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Ich wollte es zusammen mit der Marinade einvakuumieren und dann ordentlich durchkneten, so dass die Marinade gut an das gesamte Fleisch kommt.

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Doch die Marinade musste erst einmal angerührt werden. Ich habe sie – wie auf der Packung vorgeschlagen – mit Apfelsaft verrührt. Das Pulver selbst hatte ich schon mal probiert und musste mich zügeln, es nicht komplett zu verkosten. Eine sehr leckere Mischung. Nur ganz leicht scharf, Knoblauch scheint mit dabei zu sein, Salz, Rohrzucker, Paprika – die genaue Mischung kennt im Moment wohl nur der Ralf, aber mir gefällt sie erst mal sehr gut.

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Ich habe mal mit 250ml Apfelsaft gestartet und dann noch mal ca. 50-100ml nachgegossen. Diese Menge habe ich auf 1kg Fleisch verteilt.

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Das zweite Kilo habe ich als Referenz mit einer eigenen Mischung mariniert. Da bin ich immer kreativ, aber im Grunde sind meine Beef-Jerky-Marinaden schon recht sojasaucenlastig. 250ml helle Sojasoße, etwas scharfen Ketchup aus Australien, Honig für die Süße, Worchestersauce, etwas Flüssigrauch und eine gute Prise vom fruchtigen Chili, ebenfalls von Royal-Spice. Auch hier habe ich noch ein bisschen Apfelsaft dazugegeben.

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Die Marinade ist eher dunkel, so dass man die Stücke dann auch später gut auseinander halten kann.

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Leider war ich beim Verkneten der Marinade etwas vorsichtig, es hatten sich einige Scheiben Fleisch übereinandergelegt, so dass nicht alle Scheiben gleichmäßig von Marinade durchzogen waren. Das Fleisch war schon so weich, dass es im rohen Zustand schon sehr schnell zerfallen ist, so konnte ich es auch nicht zu sehr kneten. Ich habe dann beim Trocknen auf die nicht so gut marinierten Stellen einfach noch etwas Marinade aufgetragen und außerdem mit dem Best GSV Beef Rub bestreut. Und auch dieser Rub ist bei Royal-Spice erhältlich. Bitte nicht falsch verstehen. Das ist keine bezahlte Werbung hier, ich bin aber vom Service und den Gewürzen von Ralf sehr begeistert.

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So kam das Fleisch aus der Tüte (ich hatte es ca. 24 Stunden mariniert) und dann habe ich es auf den Gittern meines Dörrautomaten verteilt. Ich habe mich damals für den Excalibur entschieden und es nicht bereut. Mit den 9 quadratischen Ebenen hat man eine riesige Fläche, die man belegen kann. Man kann unterschiedliche Trocknungstemperaturen einstellen und hat einen Timer am Gerät, so dass man auch die Trocknungsdauer einstellen kann.
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Für Fleisch kann man ca. 60-70° als Trockentemperatur einstellen und so kam es, dass nach rund 6 Stunden das Fleisch komplett durchgetrocknet war.

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Selbstverständlich haben wir sofort eine Probe genommen und konnten uns nicht entscheiden, welche Sorte uns besser schmeckt. Die Mischung von Ralf ist auf jeden Fall sehr lecker und mal etwas anderes als die sojalastige Flüssigmarinade. Das Beef Jerky schmeckt sehr würzig, dabei aber süßer als meine Mischung, die dafür irgendwie herzhafter ist. Beides hat seinen Reiz, wir sind jedenfalls ganz begeistert. Wenn es die Mischung offiziell zu kaufen gibt, werde ich wieder zuschlagen.

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2 Kommentare

  1. Barbara De Gaudenzi

    Kerstin, wie ist die Konsistenz des Fleisches? Ich muss eben an Chips denken, stimmt die Richtung?

    1. kerstin (Beitrag Autor)

      Liebe Barbara,

      das Fleisch ist, wenn es trocken ist, noch etwas biegsam, es bricht nur sehr langsam, dann sieht man weiße Fasern. Es ist also nicht ganz so hart wie Chips, die ja eher bröselig sind.

      Viele Grüße
      Kerstin

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