Das Leben ist schön

Gegrilltes Rumpsteak mit Kartoffelecken

Gegrilltes Rumpsteak, ist doch langsam langweilig, oder? Immerhin gehört es aber nicht umsonst zu unseren häufigsten Grillaktionen, denn gegrilltes Rindersteak, ob nun ein schönes Stück aus der Hüfte, ein saftiges Rib-Eye mit dem typischen Fettauge oder ein feines Rumpsteak ist nicht nur schnell gemacht, sondern schmeckt uns immer wieder gut.

Heute nun kamen also zwei Rumpsteaks auf den Gussrost, die vom gleichen Stück geschnitten waren wie unser gestriges Roastbeef. Um eine kleine Neuerung reinzubringen, haben wir dieses Mal das Fleisch vorher gesalzen und das Salz somit ein wenig einziehen lassen. Die Fettschicht habe ich etwas eingeschnitten, damit das Steak sich beim Grillen nicht so stark verzieht.

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Als Beilage gibt es mal wieder Kartoffelecken, die nur deshalb nicht langweilig werden, weil ich sie jedes Mal etwas anders würze. Weil Markus mit dem Grill schon bereit war, hab ich sie 5 Minuten in der Mikrowelle vorgegart. Gewürzt habe ich danach mit Fleur de Sel, Paprikapulver und Kräutern der Provence. Dann noch ein paar Butterflöckchen draufsetzen und für ca. 20 Minuten in den 200° heißen Ofen bei Umluft.

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Markus hat die Kohlen schon soweit, den Gussrost vom Schmutz befreit. Das wird immer vor dem Grillen gemacht, nicht danach, weil das eingebrannte den Gussrost vor dem Rosten schützt. Wenn er dann gut abgebürstet ist, wird etwas Öl aufgetragen und abgebrannt, dann ist er einsatzbereit.

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Die Steaks kommen von beiden Seiten 1,5 Minuten auf den Rost, und da der Fettrand noch dran ist, schlagen sofort Flammen um die Steaks. Darum sollte man so lange wie möglich den Deckel schließen und nur zum Umdrehen öffnen. Die starke Flammenbildung hat man heute übrigens deutlich rausgeschmeckt, das Steak hatte einen leichten Rauchgeschmack angenommen.

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Die Kartoffelecken, die ich noch mal kurz im Backofen übergrillt habe, sind auch fertig. Außen knusprig, innen heiß und weich. Und sehr würzig. Ganz so, wie wir es mögen.

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Die Steaks durften in der indirekten Zone des Grills noch 5 Minuten ziehen (teilweise bei geöffnetem Deckel, weil wir heute 300 Grad im Grill hatten), dann gings auf den Teller. Neben den Kartoffelecken gab es noch in Butter geschwenkte Blumenkohlröschen und die Roadhouse Hot, Sweet & Tangy Soße, die mir zu Steaks hervorragend schmeckt. Das Steak ist medium gegrillt, genau wie wir es mögen.

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Und saftig ist es! Das ist es, weswegen wir so gern Steaks essen.

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Und zu einem guten Essen gehört auch ein guter Whisky. Auf die Idee der heutigen Auswahl hat uns Mr. Pink vom GSV gebracht, der gestern von einem Whisky der Tomatin-Destillerie geschwärmt hat. Darum gebe ich jetzt wieder an den Whisky-Experten weiter.

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Tomatin ist vom Namen her eine in Deutschland eher unbekannte Destillerie an der Grenze der Speyside. Sie wurde Ende des neunzehnten Jahrhunderts während des damaligen Whiskybooms gegründet. Von 1956 bis 1974 wurde die Brennerei ständig erweitert, bis sie 1974 insgesamt 23(!) Brennblasen hatte und eine Jahresproduktion von 12.000.000 Litern Alkohol. Damit war sie in dieser Zeit die größte Destillerie in Schottland. Heute werden dort ca. 5.000.000 Liter Alkohol pro Jahr produziert.

1986 wurde die Brennerei von Takara Shuzo Co. and Okara & Co. gekauft und wurde damit die erste schottische Destillerie in japanischer Hand. Naja, ich wäre nicht stolz darauf… Heute gehören weitere Destillerien wie Bowmore, Ben Nevis, Glen Garioch und Auchentoshan japanischen Konzernen. Wir konnten uns vor Ort bei Glen Garioch anschauen, was die neuen Besitzer aus der Destillerie gemacht haben, und es hat uns nicht gefallen. Alles wurde modernisiert und alte Produktionsmethoden über Bord geworfen. Durch das Umstellen von getorften auf ungetorften Malz wurde dort zudem auch der Charakter des Whiskys komplett verändert (vermutlich, weil der Konzern sich nicht intern zum Bowmore Konkurrenz machen will). Aber das vertiefe ich irgendwann, wenn wir einen Bowmore oder Glen Garioch zu unserem Fleisch trinken 😉

Der meiste produzierte Whisky von Tomatin geht in die Blend Industrie. Die Standardrange beinhaltet 12, 15, 18 und 25 jährigen Whiskys. Der 30 und 40 jährige ist auch noch hin und wieder erhältlich, wird aber zur Zeit nicht produziert. Daneben gibt es noch eine große Menge an Jahrgangs- und Einzelfassabfüllungen. Neuerdings, der aktuellen Mode folgend, auch sehr viele gefinishte Abfüllungen.

Wie immer bei Destillerien, die hauptsächlich für die Blend Industrie produzieren, kommen unabhängige Abfüller hin und wieder an gute Fässer des Whiskys. Und einen solchen haben wir heute getrunken.

Einen von A.D. Rattray abgefüllten Tomatin, der am 1.6.1988 destilliert, 20 Jahre im Hogshead Fass gereift und am 30.3.2009 mit 55,4% in Flaschen abgefüllt wurde. Rattray ist neben Adelphi unser liebster unabhängiger Abfüller. Von beiden kann man auch mal was blind kaufen und greift nicht gnadenlos daneben.

Hier unsere Tastingnotes:

Nase: Fudge, süßer Apfelkuchen, Zitrusfrüchte, wenig Holz, ein klein bisschen Vanille
Geschmack: cremig, Honig, Kräuter, Zimt, Nelken, Pfeffer in Nachgang, Kerstin schmeckt auch Birne, ich nicht.

Nicht ganz so hervorragend, wie der Glendronach von gestern, aber immer noch sehr, sehr gut.

89 von 100 Punkten von mir, 87 von 100 Punkten von Kerstin.

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2 Kommentare

  1. Thomas

    Das Fleisch sieht super lecker aus. Genau eine solche Farbe muss es haben. Ich stehe am Grill immer unter Druck, weil ich das Fleisch so perfekt wie möglich haben will. Manchmal gelingt es mir sehr gut, aber manchmal ist es dann auch leider viel zu durch.

  2. Franz

    Da freue ich mich doch direkt wieder auf die Grillsaison ;-)!

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