Das Leben ist schön

Gefüllte Bulgurröllchen mit Lammhackfleisch

Nach einigen Fehlschlägen bei unseren ausgesuchten Rezepten in Afrika sind wir im Moment ganz froh, wieder in Gegenden vorzudringen, die uns kulinarisch einfach besser liegen. Eins davon ist die Türkei, die wir in dieser Woche besuchen werden. Da haben wir uns schon länger drauf gefreut, auch abseits von Döner Kebap gibt es hier viele interessante Gerichte zu entdecken. Da wir viel mit Lammfleisch kochen werden, habe ich eine große Lammkeule gekauft und heute einen Teil davon für meine gefüllten Bulgurröllchen verwendet. Insgesamt kamen folgende Zutaten zusammen:

  • 250g Lammfleisch, zweimal durch den Fleischwolf gedreht
  • 150g feiner Bulgur
  • 140ml warmes Wasser
  • 50g Walnüsse
  • 1/2 Bund Petersilie
  • je 1/4 TL Paprikapulver, Pimentpulver, Zimt, Kreuzkümmel, schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL gemahlender Koriander
  • 30g Butter
  • 2 kleine Zwiebeln

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Das Lammfleisch brauche ich als Hackfleisch und zwar soll es ganz fein sein, wird also zweimal durch den Fleischwolf gedreht.

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Die Zwiebeln, ich hatte heute Schalotten, habe ich in ganz feine Würfel geschnitten und in der Butter glasig gebraten.

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Dazu kommen 100g vom Hackfleisch, den Rest verwende ich später für den Teig. Beim Anbraten habe ich das Hackfleisch gut zerdrückt, so dass es ganz feinkrümelig wird.

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Wenn das Hackfleisch schön braun ist, nehme ich es vom Herd, rühre die Gewürze (bis auf den Koriander) unter, dazu kommen noch die Petersilie und die grob gehackten Walnüsse. Was für ein toller Duft das ist, ich fühle mich direkt in den Orient versetzt.

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Für den Teig, der die Hackfleischfülle dann umschließen soll, brauche ich feinen Bulgur, da ich aber nur recht groben da hatte, hab ich diesen erst mal durch die Getreidemühle geschickt, bis er fein unten wieder rauskam. Schon praktisch, so eine Mühle.

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Der Bulgur soll nun mit 140ml Wasser und dem Koriander sowie etwas Salz vermischt ca. 15 Minuten geknetet werden. Das lasse ich meine Küchenmaschine machen, ein ebenso vielseitiges wie fleißiges Helferlein. Gegen Ende kommt zum Teig noch das restliche Hackfleisch dazu und wird mit untergeknetet, es ergibt sich dabei ein fester Teig.

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Aus diesem Teig sollen sich 12 Stücke ergeben, die ich genau abwiege, damit die Röllchen nachher auch gleich groß sind.

Das Ausformen und Füllen der Röllchen hatte ich mir etwas leichter vorgestellt, aber bald hatte ich den Trick raus. Ich habe zunächst das Teigstückchen auf meinem Brett mit dem Messer flachgedrückt und eine einigermaßen gleichmäßige Form gebastelt.

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Mit eben dem Messer konnte ich das flache Stück dann auch gut aufnehmen, in die Hand legen und 13g Füllung (auch die war haargenau abgewogen :-)) in die Mitte legen.

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Dann seitlich zusammendrücken, aufpassen, dass die Füllung drin bleibt und die Seiten über der Füllung zusammendrücken.

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Gut verschließen ist ganz wichtig, und dabei musste ich aufpassen, dass der Teig nicht bricht sondern schön zusammenhält. Diese Röllchen werden nämlich gleich noch frittiert. Die Röllchen habe ich nach dem Verschließen länglich geformt mit spitzen Enden.

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Noch 11 mal und dann war gründlich Hände waschen angesagt.

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Eine Sauce gab es zu diesem Rezept nicht dazu, darum habe ich eine bei uns (besonders bei mir) sehr beliebte kalte Pfefferminzsauce angerührt, aus Schmand, Creme fraîche, ein bisschen süßer Sahne, Salz und Pfefferminze, sowohl frische als auch getrocknete, weil die getrocknete noch etwas intensiver schmeckt. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Sauce gut zu den würzigen Röllchen passt.

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Ich hatte in meinem Wok genügend Sonnenblumenöl erhitzt, in dem ich dann die Bulgurröllchen frittieren wollte. Im Wok deshalb, weil sich seine Form sehr gut zum Frittieren eignet, durch den kleinen Bodendurchmesser benötigt man weniger Öl als in einem normalen Topf. Immer drei Röllchen habe ich gleichzeitig frittiert.

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Nach ein paar Minuten im heißen Öl waren die Röllchen von allen Seiten schön gleichmäßig braun, ich habe sie kurz abtropfen lassen und Markus direkt auf den Teller gelegt. Dazu ein Klecks von der Pfefferminzsauce und er konnte es sich schmecken lassen.

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Und lecker waren sie wirklich. Allein schon die orientalisch gewürzte Füllung war ein Gaumenschmaus. Die Pfefferminzsauce hat hervorragend dazu geschmeckt. Die Röllchen waren zudem auch sehr knusprig, und überhaupt war das ein ganz tolles Essen. Meine Befürchtung, dass es uns nicht ausreicht, hat sich auch nicht bestätigt, weil die Röllchen ganz schön satt gemach haben. Aber übrig geblieben ist auch nichts.

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2 Kommentare

  1. Richard Meyer

    Hallo, Kerstin,
    ein tolles Rezept. Ich kenne es schon seit ca. 20 Jahren. Ich habe die Röllchen aber schon lange nicht mehr gemacht, da ich keinen guten türkischen Laden gefunden hatte. Jetzt habe ich einen gefunden, bei dem ich das Lammhackfleisch gekauft habe.
    Ein guter Tipp ist deine Pfefferminzsauce. Die werde gleich ausprobieren.
    Ein Tipp von mir wegen der Füllung in den Teig zu bekommen. Ich habe es nach meinem Rezept immer so gemacht, dass ich einen eigroßen Klumpen in der Hand auseinander gedrückt habe, so dass eine Mulde entsteht. Darin dann etwas von der Füllung legen und verschließen. Wenn verschlossen, dann noch etwas in der Hand rollen.
    Schöne Grüße
    Richard

    1. Kerstin (Beitrag Autor)

      Hallo Richard,

      herzlichen Dank für Deine Anmerkungen, die kann ich beim nächsten Mal beherzigen, zumal man es ja nicht nur für die Bulgurröllchen so machen kann. Wenn ich da an meine indischen gefüllten Kürbisbällchen denke 😉

      Viele Grüße und noch einen schönen Tag!
      Kerstin

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