Das Leben ist schön

Schottland 2016 – Loch Oich

Einma rund um Loch Oich herumwandern, das hatten wir im letzten Jahr schon geplant. Wir hatten damals eine kleine Tour am River Oich gemacht, die uns so gut gefallen hatte, dass wir in der Gegend bleiben wollten. Dazwischen kam uns dann unsere Abreise, wir hatten uns einfach um einen Tag vertan und es zum Glück rechtzeitig gemerkt, so dass wir die Fähre um ein Haar nicht verpasst haben. Aber so kam es dann nicht mehr zu dieser Wanderung. Diese wollten wir dieses Jahr nachholen, und da wir bisher eher kurze Stücke gelaufen waren, waren wir gespannt auf diese 17km-Tour.

Der schöne blaue Himmel am Freitag und der versprochene Sonnenschein schienen perfekt für diesen Weg. Nichts ist schlimmer, wenn man auf einer Wanderung gerade auf der Hälfte ist und der Regen einsetzt, und man noch mal mindestens so weit laufen muss, um zum Auto zurück zu kommen und dem Regen zu entkommen. Der Wetterbericht versprach aber schönes Wetter für den Freitag und so machten wir uns nach einem wie immer phänomenalen Frühstück auf den Weg nach Invergarry, wo wir an der Bridge of Oich unser Auto parkten und den Weg begannen.

Erst mal ging es eine ganze Weile steil bergauf, denn der erste Teil der Wanderung führte uns ein ganzes Stück weg vom Loch Oich. Weit weg und hoch über dem Loch konnten wir vom See tatsächlich lange Zeit nur kurze Blicke durch die Bäume erhaschen. 3km weiter der erste heftige Regenschauer. Das ging ja gut los. Wir stellten uns unter die großen Lärchen unter und warteten auf das Ende. Aus dem Ende wurde leider nur eine Unterbrechung, denn wir stellten an diesem Tag fest, dass der Wetterbericht auch hier eher ein Glücksspiel ist.

Der Wald rechts und links war recht schön, überall wuchsen auch große wilde Rhododendren, wir waren trotzdem enttäuscht, weil wir uns mehr schöne Blicke auf den See erhofft hatten.

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Hin und wieder konnte man zumindest erahnen, dass wir einen See umrundeten. Ja genau, das kleine da hinten, das ist Loch Oich. Und so klein ist dieser See gar nicht, er erstreckt sich über 6,5km Länge, der Caledonian Canal geht ebenfalls durch dieses Loch.

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Immer wieder auf unserem Weg überraschten uns kleinere Regenschauer. Nach ca. 12km kamen wir am südlichen Ende an, wo wir über eine kleine Brücke gehen konnten, um den Kanal zu passieren. Von hier aus sieht es schon ziemlich beeindruckend aus, was wir bis dahin geschafft hatten, zumal der Weg noch mal deutlich weiter war als wir dachten, weil er eben so weit neben dem See her ging.

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An der Brücke fanden wir dann auch endlich eine Bank und machten die erste größere wohlverdiente Pause. Markus‘ Knie hatte inzwischen angefangen zu schmerzen, er konnte nur noch humpeln. Blöd, wenn man weiß, dass man noch ein gewaltiges Stück vor sich hat.

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Der versprochene Sonnenschein blieb aus, hin und wieder lugte die Sonne mal hervor, aber ca. 2/3 der gesamten Strecke liefen wir durch Regen und heftigen Wind. Der Weg auf der anderen Seite des Sees sollte nah am Strand vorüberführen, aber auch hier versperrten uns viele Bäume oftmals den Blick auf den See. Leider hatten wir an keiner Stelle soweit das Gefühl, dass der Weg sich für uns gelohnt hat. Laufen ohne Ziel.

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Unsere Laune war genauso trüb wie das Wetter. Die Schmerzen in Markus‘ Knie wurden nicht besser und so machten wir öfters mal eine Pause. Wenn das Wetter gerade mal kurz umschlug, dann wurde es auch schön, besonders als wir eine Bank direkt am See fanden.

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Wir hatten noch ein Stückchen vor uns und mussten nach 17 km feststellen, dass der Weg noch lang nicht am Ende war. Am anderen Ende des Lochs, ca. 1km vor der Brücke und unserem Auto, wurde es richtig windig. Da ich inzwischen komplett durchnässt war, war es ziemlich unangenehm, den kalten Wind im nassen Rücken zu haben.

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Nach knapp 19km waren wir endlich am Ziel, zwei Kilometer weiter als wir eigentlich gedacht hatten und ca. 9km weiter, als es uns Spaß gemacht hat. Unsere Füße schmerzten, Markus‘ Knie und meins fing ebenfalls am Ende an zu zicken.

Wir heizten das Auto ordentlich auf und gönnten uns den Umweg über Fort Williams, um erstens einen Blick auf das hohe Bergmassiv mit dem Ben Nevis zu erhaschen und andererseits bei MacDonalds einen Burger zu essen. Danach war unsere Laune wieder gut und wir fuhren gemütlich durch den Regen heim.

 

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3 Kommentare

  1. Meli2006

    Oh weh! Hoffentlich erholen sich die Knie schnell wieder!!
    Aber die Bilder sind trotzdem wunderschön!!!!!!!
    Schade halt, wenn man sich etwas anderes erhofft, gelle!

  2. Anja

    Was für ein Ritt! Hoffentlich gehts den Knien wieder gut – da wusstet ihr ja abends, was ihr geleistet hattet.

    1. Kerstin (Beitrag Autor)

      Geht wieder 🙂 Zweimal Voltaren genommen und ein bisschen geschont. Aber die Runde um Loch Affric werden wir dieses Jahr wohl nicht mehr machen können.

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