Das Leben ist schön

Aromatisches Lammcurry in würziger Sauce

So nennt sich das Gericht aus meinem neuen Indien-Kochbuch, das kurz nach unserem Umzug ins neue Heim ebenfalls zu uns gezogen ist. Wir haben ein bisschen gebraucht, endlich ein Rezept daraus nachzukochen, weil wir ja bisher noch schwer beschäftigt waren und kaum Zeit für lange Kochorgien vorhanden war. Jetzt aber, wo die Wohnung innen schön ist, genießen wir es endlich wieder, unseren Hobbys nachgehen zu können.

Nun also Lammcurry. Wir hatten in der Metro zwei tolle Lammkeulen aus Irland gekauft, überhaupt haben wir nur gute Erfahrungen mit dem irischen Fleisch gemacht. Sowohl Steaks vom Weideochsen als auch das irische Lammfleisch haben uns immer begeistert.

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Da das Gericht eine Menge Ghee – die indische Variante von Butterschmalz – enthalten wird, habe ich das Fett, das das Fleisch umgab, vorsichtig gelöst und dann das Fleisch entlang seinen Fasern grob zerteilt. Dabei habe ich auch die Knochen ausgelöst aber nicht weggeworfen.

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Da das Curry nicht gebraten sondern gekocht wird, wäre es schade, die Knochen gleich am Anfang zu entsorgen, ich habe sie natürlich mitgekocht und erst kurz vor dem Servieren entfernt. Aber die Fleischwürfel waren mir noch etwas zu groß, sie wurden noch mal in etwas kleinere Würfel zerteilt. Man sollte es nur nicht zu klein würfeln, Gulaschgröße ist etwas zu klein, ca. 4mal so groß sollten die Stücke sein. Insgesamt hatte ich abzüglich der Knochen und der Abschnitte 2400g. Das reicht für ein paar Mahlzeiten, meine Rezeptmengen aus dem Kochbuch habe ich demzufolge verdreifacht.

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In einem großen Bräter habe ich Wasser bis zum Siedepunkt erhitzt und dann die Knochen und die Fleischwürfel hineingegeben. Das Wasser fängt bald danach wieder an zu kochen und das Fleisch sollte ca. 20 Minuten garen. Während dieser Zeit bildet sich auf der Oberfläche Schaum, den ich zwischendurch immer abgeschöpft habe.

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Wenn das Kochwasser klar bleibt, gibt man 3 TL Knoblauchpaste hinzu. Die habe ich vorher zubereitet, indem ich einfach 5 Knoblauchzehen mit ein paar Tropfen Wasser püriert habe.

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Mit dem Knoblauch zusammen muss das Fleisch noch mal 5 Minuten köcheln. Danach wird nach Geschmack gesalzen und man lässt die Fleischwürfel noch mal 10 Minuten kochen.

Nun kommen verschiedene Gewürze und andere Zutaten an das Curry und werden mitgekocht. Damit es nicht zu flüssig wird, habe ich erst mal ca. die Hälfte der Brühe abgeschöpft, so dass das Fleisch gerade eben noch bedeckt war.

Eine der nun folgenden Zutaten ist gekochte Zwiebelpaste, die man leicht selbst herstellen kann. Für die benötigten 3 EL voll habe ich zwei kleinere Zwiebeln geschält und gehackt und mit etwas Wasser, einem Lorbeerblatt und einer schwarzen Kardamomkapsel zusammen in eine Pfanne gegeben und ca. 20 Minuten geköchelt. Dann war das Wasser verkocht und ich habe das Lorbeerblatt entfernt, die Schalen der Kardamomkapsel ebenfalls und die Kardamomsamen zusammen mit den weichen Zwiebelwürfeln püriert.

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Was kommt sonst noch in das Curry rein? 6 TL rote Chilischoten (vorzugsweise kaschmirische, die ich leider nicht bekommen konnte), es sollten keine Hardcore-Chilis wie Habanero sein, davon wären 6 TL deutlich zu viel. Auch mit den normalen aus dem Asienladen war das Curry schon sehr sehr scharf. Das Chilipulver habe ich in 12 EL Wasser eingeweicht und diese Chilipaste dann hinzugegeben. Außerdem, für oben genannte Menge, 6TL Gelbwurz, 10 schwarze Kardamomkapseln, 20 grüne Kardamomkapseln, 15 Gewürznelken und 2 TL getrockneten und gemahlenen Ingwer. Im Bild vorn sieht man die Zwiebelpaste.

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Dazu kamen noch 500g Joghurt und eigentlich 300g Ghee, was mir aber deutlich zuviel war, ich habe die Menge auf ca. 80g reduziert und selbst das war noch sehr fettig. Aber das Ghee hat wirklich einen fantastischen Geschmack ans Curry gebracht. Man kann jetzt noch mal nachsalzen, was bei mir aber nicht nötig war. Aber ich habe die Gelegenheit genutzt, das Curry zwischendurch zu probieren und kann nur davon abraten, denn unfertige Currys sind meistens nicht so gut. Der Geschmack der einzelnen Zutaten muss sich noch verbinden, bei genügender Kochzeit wird daraus dann ein echter Hochgenuss. Das ist auch der Grund, dass ein Curry meistens auch aufgewärmt sehr gut schmeckt. Wir nutzen das aus und kochen entsprechend immer große Mengen, essen zwei Tage davon und haben meist auch noch eine Portion zum Einfrieren übrig.

Mit allen Zutaten versehen durfte nun das Curry noch mal 1 Stunde bei geschlossenem Deckel kochen.

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Da es nach dieser Stunde natürlich noch sehr sehr flüssig war, habe ich den Deckel geöffnet und das Curry bei starker Hitze noch etwas einkochen lassen. Die vorher abgeschöpfte Brühe mit dem Knoblauch drin habe ich übrigens dieses Mal als Kochwasser für den Reis genommen, den wir als Beilage essen wollten.

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In der letzten Viertelstunde habe ich noch 1,5 TL schwarze Kreuzkümmelsamen ans Curry gegeben und mitgemocht. Und noch eine Zutat hat es am Ende oben auf geschafft, nämlich pro Teller ein halber TL getrocknete Minze. Das war eine Geschmacksexplosion und wir waren uns einig, dass dieses Curry eins der besten wenn nicht gar das beste war, das wir je gegessen haben. Es war so gut, dass mir erst nach den ersten Bissen eingefallen ist, noch ein Tellerbild zu schießen (das nun natürlich etwas angefressen aussieht *lach*). Die Sauce war etwas flüssig, aber das tat dem Geschmack keinen Abbruch, es war herrlich würzig, sehr scharf (für mich schon fast grenzwertig), die Minze war bombastisch und wir konnten kaum genug bekommen. Das Fleisch war so weich, dass man es mit der Gabel leicht zerteilen und in die Sauce drücken konnte. Herrlich. Das gibt’s bestimmt mal wieder.

Lammcurry

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