Das Leben ist schön

Kleckerkuchen vom Blech

Meine Mädels im Beaforum und ich – verfressen wie wir so sind – kamen diese Woche mal wieder auf leckere Kuchen zu sprechen und irgendwie geisterte auf einmal die Idee vom Kleckerkuchen meiner Oma im Raum. Den hat sie früher häufiger gebacken und ich hab ihn immer geliebt, besonders die Stücke mit der Quark- und Pflaumenmusfüllung. Ich selbst habe ihn noch nie gebacken und komischerweise auch nie zugeschaut, darum musste ich meine Phantasie spielen lassen um ihn quasi neu zu erfinden. Denn die Mädels wollten natürlich wissen, wie er gemacht wird und am Montag ein virtuelles Stück davon auch probieren. Und so fuhr ich heute noch rasch einkaufen, um alles zu besorgen, was ich glaubte dafür zu brauchen. Leider leider gabs in unserem Aldi kein Pflaumenmus und so musste ich schon direkt beim Einkaufen improvisieren und entschied mich spontan für eine Nussfüllung, die das Pflaumenmus ersetzen sollte.

Mit meinen Einkäufen gings nach Hause und ich bereitete zuerst den Hefeteig für ein Blech zu.

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  • 300g Mehl
  • 1/2 Tütchen Trockenhefe (frische gabs nämlich auch nicht im Aldi)
  • 125g Margarine
  • 125ml Milch
  • 1/2 Ei
  • 60g Zucker

Die Hefe habe ich mit einem TL Zucker in der Milch aufgelöst und leicht erwärmt. Dann alle Zutaten zum Mehl gegeben und in der Küchenmaschine gründlich verkneten lassen.

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Da der Teig durch die große Menge an Fett sehr schwer und weich ist, muss er wirklich gut gehen. Damit ihm das gelingt, habe ich ihn für 1 Stunde in die Wärmeschublade gestellt und mich währenddessen an die Zubereitung der Füllungen gemacht.

Angefangen habe ich mit der Quarkmischung.

  • 500g Magerquark
  • Saft und Schale einer Zitrone
  • 2 EL Zucker
  • 2 Eigelb
  • 50ml Öl
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 2 Msp. gemahlene Vanille

Alle Zutaten wurden einfach miteinander verrührt.
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Dann die Mischung mit dem Mohn. 7 EL Blaumohn mussten zunächst gemahlen werden. Dann habe ich aus ca. 300ml Milch, 1 EL Zucker und 2 EL Hartweizengrieß einen dünnen Grießbrei gekocht und dann den Mohn eingerührt und ihn noch etwas quellen lassen. Aromatisiert wurde mit einem EL Weinbrand, dann war die Mohnmischung schon sehr lecker.

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Die Nussmischung begann ich mit dem Anrösten der Haselnüsse, ca. 100g., im Backofen bei 200°.

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Lange brauchen die Nüsse nicht, man sollte sie beobachten, damit sie nicht verbrennen. Wenn sie dunkler werden und die Häute zu reißen beginnen, können die Nüsse entnommen werden. Ich rubbele dann immer die Schalen so gut es geht von den Nüssen. Dafür lege ich die Nüsse in ein Küchenhandtuch und rubbele sie gegeneinander und gegen das Handtuch.

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Da ich nicht so recht wusste, wie ich aus den Nüssen nun eine Nusscreme herstellen sollte, habe ich erst mal einen Becher Sahne genommen und 150g Nugat darin aufgelöst.

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Darin habe ich die grob gehackten Nüsse eingerührt. Die Nugatsahne war nun leider immer noch sehr flüssig, also habe ich noch 2 EL Grieß, noch mal 100g Haselnüsse, aber ganz fein gemahlen und 1 EL Semmelbrösel untergerührt und die Masse schön quellen lassen. Jetzt war sie perfekt. Noch 1 EL Amaretto druntergerührt ergibt noch mal etwas mehr Aroma.

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Das Apfelmus habe ich fertig gekauft, da hab ich auch keine Änderung mehr vorgenommen, alle Füllungen waren jetzt fertig. Uff, ganz schön Arbeit für einen Kuchen. Aber wenn ich da an die Motivtorten meiner Freundin Michi denke, für die sie manchmal stundenlang in der Küche steht, dann war der Aufwand doch noch erträglich.

Hier noch mal alle Füllungen auf einen Blick.

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Und diese Füllungen mussten nun auf dem Teig verteilt werden. Den habe ich natürlich erst mal aus der Wärmeschublade rausgeholt und auf dem Blech verteilt, man kann ihn mit den Händen sehr schön auseinanderdrücken. Dann ging es an das Verteilen der Füllungen, das ich deutlich grober als meine Oma gemacht habe. Viel größere Kleckse, aber doch recht gleichmäßig.

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Nun konnte der Kuchen bei 180° Ober-/Unterhitze in den Ofen. Ca. 40 Minuten habe ich ihn backen lassen. Bei 35 Minuten sollte man aber schon mal kontrollieren, weil ja jeder Ofen ein bisschen anders heizt. Der Teig geht nicht so sehr stark auf, das verhindert der hohe Fettanteil im Teig und natürlich der schwere Belag. Aber er bleibt wirklich lange frisch.

Gerade jetzt beim Schreiben fällt mir ein, dass auf dem Kuchen noch die Streußel fehlen. Aber ich kann schon mal verraten – er schmeckt auch ohne Streußel und auch mit der Nuss-Nugat-Ersatzfüllung sehr sehr gut. Der Quark und das Apfelmus bringen einen frischen säuerlichen Geschmack, die Mohn- und Nussfüllung sind etwas süßer. Eine schöne Kombination.

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4 Kommentare

  1. bdeg

    Kerstin, im Namen der verfressenen Mädels aus dem Forum – er sieht einfach köstlich aus. Ich nehme dann mal ein Stück, wenn ich darf :-).

  2. Anja

    Liebe Kerstin, danke fürs Rezept! 🙂
    Welches Öl hast du an die Quarkmasse getan? Und verrätst du evtl noch wie man einfach die fehlenden Streusel herstellen kann?

    1. kerstin (Beitrag Autor)

      Hallo Anja,

      ich hab Sonnenblumenöl genommen, man kann auch etwas weiche Butter nehmen, einfach nur ein bisschen Fett mit ran, damit der Quark nicht so trocken wird.

      Streußel mache ich immer nach Gefühl, so ca. 200g Mehl (mit etwas weniger anfangen, zugeben kann man immer noch), dann 100g Butter und 100g Zucker, alles zu krümeligen Streußel kneten, wenns zu klumpig wird, dann noch Mehl zugeben. Ich mach auch immer eine Prise Zimt an die Streußel, schmeckt immer ganz gut.

      Viele Grüße
      Kerstin

  3. Meli2006

    Jesses, der is wunderschön geworden Kerstin!
    Und stimmt, wir sind echt verfressen! Grins!

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