Das Leben ist schön

Pollo Fino und Risotto Rosso Piemonteser Art

Wir sind immer noch in Italien, und das ist auch gut so. Denn so konnten wir heute ganz besondere kulinarische Highlights genießen. Auf die Italien-Woche habe ich mich so gefreut – unter anderem wegen solcher Gerichte wie das heutige. Risotto wird eigentlich als eigenständiger Gang serviert, bei mir ist es heute die Beilage zu einem wunderbaren Hähnchengericht.

Pollo Fino sind im Prinzip entbeinte Hähnchenschenkel, bei mir heute nur die Unterschenkel. Man kann sie dann auf verschiedene Art zubereiten – ich habe sie mit frischen Kräutern im Ofen gegart. Das Risotto Rosso Piemonteser Art ist ein recht einfaches Risotto, das aber aufgrund der hervorragenden Zutaten zu etwas Besonderem wird.

Aber fangen wir von vorn an, nämlich mit der Zutatenliste:

Für das Pollo Fino:

  • 10 Hähnchenunterschenkel
  • Olivenöl
  • Salz
  • frische Kräuter, hier habe ich Oregano, Thymian Silver Queen mit leicht zitronigem Aroma und normalen Thymian verwendet

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Für das Risotto Rosso:

  • 300g Risottoreis, am besten eignet sich die Sorte Arborio
  • 150ml Weißwein, ich bin der Empfehlung vom Molina gefolgt und das war eine gute Wahl
  • 800ml Hühnerbrühe – die hatte ich noch eingefroren von meinem Hühnerfrikassee, sie ist sehr reichhaltig und wohlschmeckend
  • 50g Butter
  • 1 EL Tomatenmark
  • 2 kleine Schalotten
  • 50g Parmesan, frisch gerieben
  • evtl. etwas Salz

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Vor dem Vergnügen steht die Arbeit – die Hähnchenschenkel müssen entbeint werden, möglichst ohne sie groß zu zerfetzen. Ich beginne mit einem Schnitt rund um den Knöchel rundherum durch die Haut.

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An der Unterseite schneide ich jetzt durch die Haut und das Fleisch bis auf den Knochen und klappe das Fleisch etwas auseinander.

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Dass ein Hähnchenbein so viele Sehnen hat, war mir gar nicht klar – die gröbsten hab ich vorsichtig entfernt, das Fleisch vom Knochen komplett abgelöst und am Ende habe ich dann ein zusammenhängendes Stückchen Fleisch mit Haut.

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Das ist der Rest, den ich nicht verwende, wer mag kann daraus aber noch zusammen mit Suppengemüse eine gehaltvolle Brühe kochen.

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Das Ganze wird noch 9 mal wiederholt, dann liegt das Fleisch bereit. Ich salze es auf der Hautseite.

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Die Kräuter habe ich von den Stielen gezupft und grob gehackt.

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Die Vorbereitungen für das Hähnchen sind nun beendet und ich brate die Teilstücke in meinem gusseisernen Topf auf der Hautseite an, salze jetzt auch die Unterseite.

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Auch die Kräuter kommen dazu, dann werden die Hähnchenstücke gewendet und auch von der anderen Seite kurz angebraten.

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Ich verteile die restlichen Kräuter auf den Hähnchenstückchen und schiebe die Form dann bei 190° Ober-/Unterhitze in den Ofen, wo sie ca. 20 Minuten garen dürfen.

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Zeitlich passt das ganz gut, denn auch das Risotto braucht ca. 20 Minuten. Ich beginne, indem ich die Hälfte der Butter erhitze und die Schalotten, die ich fein gewürfelt habe, leicht anbrate. Bitte nicht dunkelbraun werden lassen, nur glasig schwitzen oder ganz leicht anbräunen.

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Dann brate ich den Reis kurz mit an und lösche ihn dann mit dem Weißwein ab.

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Es dampft, es zischt und der Wein verkocht ganz schnell.

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Unter häufigem Rühren wird nun nach und nach die Brühe angegossen. Es empfiehlt sich, die Brühe vorher zu erhitzen und nahezu kochende Brühe zu nehmen, meine war ja noch gefroren und musste sowieso erhitzt werden, um sie zu schmelzen. Wenn man heiße Brühe nimmt, wird der Kochvorgang nicht ständig durch kalte Kochflüssigkeit unterbrochen.

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Nach und nach nimmt das Risotto eine schöne cremige Konsistenz an, die Körner garen durch, es wird schön sämig. Zeit für etwas Farbe und zusätzlichen Geschmack, ich gebe das Tomatenmark dazu, rühre es gut unter und lasse das Risotto weitergaren.

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Zwischendurch riskiere ich mal einen Blick in den Ofen – die Hähnchenstücke können noch etwas Bräunung vertragen, und so schalte ich noch den Backofengrill dazu.

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Das Risotto ist inzwischen fast fertig, ca. 18 Minuten braucht der Reis um weich zu werden, was jetzt noch fehlt, ist die restliche Butter und der frisch geriebene Parmesan vom Italiener, die ich unterrühre.

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Da meine Brühe schon recht salzig war und auch der Parmesan Würze mitbringt, schmecke ich erst ganz am Ende ab – ich benötige gar kein zusätzliches Salz. Die Teller stehen warm, die Hähnchenteile sind auch fertig, und wir können essen.

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Ich bin schlichtweg begeistert. Das Risotto, so einfach das auch ist, schmeckt mir wunderbar. Ich war nie großer Fan von Risotto, das hat sich jetzt nachhaltig geändert. Das Pollo Fino ist ebenfalls ganz großes Kino. Die Haut ist super knusprig, das Fleisch darunter ganz zart und weich, der Kräutergeschmack ist himmlisch. Wow, so ein gutes Essen an einem ganz normalen Wochentag. Dazu lassen wir uns auch noch den wirklich leckeren Wein schmecken und haben so ein echtes Festmahl.

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2 Kommentare

  1. Michi

    ich HASSE Risotto…aber die Hähnchen sehen soooo lecker aus…boah…
    werde ich auf jeden Fall ausprobieren…jamjam…!!! 🙂

  2. Angela

    Ich habe noch nie ein besseres Pollo Fino gegessen und so einfach in der Zubereitung. Das wird es bei mir öfters geben. Danke für das tolle Rezept!

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