Das Leben ist schön

Schweinefleisch mit Chili und Zitronengras

Wir lieben die asiatische Küche, und wir lieben Kochbücher. Und so kommt es, dass wir inzwischen ein ganzes Regal voller Asienkochbücher im Wohnzimmer stehen haben. Ich liebe es, diese Bücher in die Hand zu nehmen, die Bilder fremder Kulturen auf mich wirken zu lassen und mich in den Geschichten der Autoren zu verlieren. Unsere letzten beiden Bücher von Luke Nguyen aus Vietnam sind in dieser Beziehung echte Schätze. Wunderbare Papierqualität, ganz tolle Fotos nicht nur von den Rezepten sondern auch von Land und Menschen, zu jeder Region, die er bereist hat seine Geschichten und dazu natürlich viele interessante, sehr authentische Rezepte.

Eigentlich wollte ich heute abend noch mal Hähnchenbrust zubereiten, aber die hatten wir ja gestern schon und mich lachte ein schönes Stück Schweinefleisch an, das ich noch von unserem Metzger im TK liegen hatte. Als ich heute morgen beim Frühstück durch „The Song of Sapa“ blätterte, fiel mir ein Rezept mit Schweinefleisch ins Auge und ich durchsuchte rasch den Kühlschrank, ob ich alle Zutaten vorrätig hatte. Ich hatte und darum taute ich das Stück Oberschale (auch wenn Nacken besser gewesen wäre) auf. Am späten Nachmittag begann ich mit diesem einfachen aber vielversprechenden Gericht. Es ist eins von der schnellen Sorte, Schweinenacken ist ja auch relativ schnell gar, da ich aber Schmorfleisch hatte, habe ich das Fleisch in sehr sehr dünne Scheiben und dann in Streifen geschnitten.

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Neben 700g Fleisch brauchte ich noch:

  • 2 EL Zucker
  • 6 EL Fischsauce
  • 3 Stengel Zitronengras
  • 2 große Chilischoten
  • 5 Knoblauchzehen
  • etwas dunkle Sojasauce
  • Speisestärke zum Andicken
  • Öl zum Braten und für die Marinade

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Die Fleischstreifen sollten mindestens 20 Minuten marinieren. Für die Marinade habe ich den Zucker in der Fischsauce aufgelöst. Knoblauch, Zitronengras (nur den unteren weißen Teil verwenden) und Chili habe ich im Multizerkleinerer rasch zerhackt.

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Ungefähr die Hälfte davon kam in die Fischsauce und bildete die Marinade. Der Rest wird nachher mitgebraten. Zur Marinade kam auch noch ein EL Öl.

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Die Marinade hab ich nun über das Fleisch gegossen, gut untergerührt und auch während der Marinierzeit immer mal wieder gut umgerührt.

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Während wir uns im HR die geheimnisvollsten Orte in Hessen anschauten (ein paar davon sind ja bei uns ganz in der Nähe und wurden von uns auch schon besucht), nahm das Fleisch schon mal den würzigen Geschmack der interessanten Zutaten an. Dann setzte ich den Reis auf und begann mit der Zubereitung. Als erstes habe ich die restlichen Knoblauch-Chili-Zitronengrasstücke angebraten.

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Nun habe ich auch nach und nach das Fleisch aus der Marinade gehoben und zugegeben, dann ebenfalls scharf angebraten, es soll schön braun werden. Der Zucker karamellisiert dabei und hinterlässt eine schöne braune Kruste.

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Um den Bratensatz abzulöschen, gieße ich etwas Wasser an und köchele die angesetzte Schicht los, dabei gewinne ich eine schöne braune Soße. Auch die restliche Marinade gieße ich noch an. Das Gericht riecht schon jetzt absolut köstlich, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Eine Viertelstunde lasse ich es noch mit geschlossenem Deckel köcheln.

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Die Soße ist jetzt noch ziemlich dünn und ich dicke sie daher mit etwas Speisestärke an. Diese hat im Gegensatz zu Mehl den Vorteil, dass sie absolut geschmacksneutral ist, außerdem verleiht sie dem Essen einen schönen glänzenden Überzug. In der asiatischen Küche wird häufig damit gearbeitet. Ich rühre sie in etwas dunkler Sojasauce und Wasser an, sie muss sehr vorsichtig dosiert werden, weil sie sehr schnell andickt und gern mal Klümpchen entstehen, wenn man zu viel benutzt. Ich habe hier meine Marinierschale wiederverwendet, daher sind noch ein paar Chiliflocken und Ölflecken zu sehen.

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Reis ist fertig, Schweinefleisch ist auch fertig, das ging wirklich fix. Das lieb ich auch an diesen Gerichten.

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Genauso wundervoll, wie es aussieht, hat es auch geschmeckt. Das Fleisch war umwerfend würzig, nicht allzu scharf aber die Kombination aus Chili, Knoblauch und Zitronengras, dazu die zwar nicht gut riechende aber umso besser schmeckende Fischsauce, machen dieses Gericht so außergewöhnlich, obwohl es mit so wenigen Zutaten auskommt.

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2 Kommentare

  1. Ingrid

    Hallo,

    Das gibts heute bei uns.
    Habe wie im Rezept angegeben Fischsauce genommen, auf dem Foto ist eine Flasche Oystersauce zu sehen.

    Der Unterschied ist groß!
    Was soll man nehmen?

    Danke für das Rezept.

    Gruß
    Ingrid

    1. kerstin (Beitrag Autor)

      Liebe Ingrid,

      bitte nicht verwirren lassen vom Bild. Es handelt sich tatsächlich um Fischsauce, die von der Firma „Oyster“ ist. Die richtige Austernsauce ist ganz dickflüssig und hat einen anderen Geschmack. Wenn Du Fischsauce hast – dann hast Du die richtige Sauce 🙂

      Viele liebe Grüße und gutes Gelingen!
      Kerstin

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