Das Leben ist schön

Sizzelierte Falafel mit Sesamdip

Bei meiner letzten Mehlbestellung bei der Adlermühle in Bahlingen (die ich sehr empfehlen kann, die Qualität der Mehle ist hervorragend) hatte ich mir auch eine Tüte Kichererbsenmehl mitbestellt. Schon lange wollte ich nämlich mal Falafel selbst herstellen, lecker-würzige Kichererbsenbällchen. Im Internet habe ich nach Rezepten gesucht und festgestellt, dass die meisten Rezepte getrocknete Kichererbsen verwenden, eingeweicht und püriert. Da stand ich nun mit meinem Mehl. Letzten Endes wurde ich dann aber doch fündig, rasch noch das Rezept auf unseren Geschmack angepasst, aber das Grundgerüst stand.

Zunächst einmal 500g des Mehls, ein großes Bund Petersilie, eine Knoblauchzehe und zwei Frühlingszwiebeln, dazu 300g Wasser.

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Auf dem Foto ist auch schon eine Gewürzmischung zu sehen. Die setzt sich zusammen aus 2,5TL Salz, jeweils 1 TL Pfefferkörner, Kreuzkümmelsamen, Koriandersamen, Ingwerpulver, dazu noch 4 Nelken, 3 Pimentkörner und 3 Chilischoten aus eigener Ernte vom letzten Jahr.

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Die Gewürzmischung verheißt nur Gutes, die Kombination aus diesen Gewürzen gefällt mir doch sehr gut.

Petersilie und Frühlingszwiebeln habe ich fein gehackt, den Knoblauch dazugepresst und alles mit dem Kichererbsenmehl vermengt.

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Dazu kam noch eine Prise Weinsteinbackpulver und natürlich das Wasser. Man kann die Masse gut mit einem Holzlöffel umrühren, danach sollte sie noch eine Stunde stehen, damit das Mehl gut ausquellen kann. Ich habe die Schüssel mit Frischhaltefolie abgedeckt.

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Während die Falafelmasse die Zeit bis zu ihrer Vollendung abwartete, überlegte ich, was man dazu essen könnte. Einfach nur nichts erschien mir ein bisschen langweilig. Ich hatte die Vorstellung, dass ein Sesamdip ganz gut dazu passen könnte und überlegte mir, wie ich den zubereiten sollte. Zunächst mal Sesam in der Pfanne anrösten. So entwickelt er besonders viel Geschmack. An Gewürzen habe ich erst mal Koriander und Kreuzkümmel verwendet, die sich ja auch in den Falafel wiederfinden. All das habe ich in meine Gewürzmühle gefüllt und kurzerhand noch eine halbe Knoblauchzehe dazugelegt.

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Nach ein paar Umdrehungen kam eine fein pulverisierte Masse dabei heraus, die durch die Öle des Sesams und die Knoblauchzehe fast eine Paste ergeben hätten. Ein bisschen krümelig wars noch. Ein paar Körner Sesam hatte ich nicht mit gemahlen, die kamen ganz in den Dip.

Basis für meinen Dip waren übrigens 1,5 Becher saure Sahne, die ich in einer Schüssel verrührt und mit Salz gewürzt hatte. Die saure Sahne war ein bisschen flüssig, mit dem Sesam zusammen wurde der Dip dann etwas fester und ganz am Ende hab ich noch mit etwas Kichererbsenmehl nachgeholfen.

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Nach dem Umrühren und probieren fand ich das schon ganz lecker aber noch ein bisschen langweilig. Ich überlegte hin und her, welche Geschmacksrichtung ich noch hinzufügen kann. Schärfe wäre gut. Aber nicht irgendeine. Mir fiel zum Glück gerade noch rechtzeitig das Glas Sambal Oelek ein, das ich im letzten Jahr von meiner Chiliernte hergestellt hatte. Das ist nicht nur scharf, sondern auch würzig. Salz und Kreuzkümmel sind auch Bestandteile dieses Sambals gewesen und so ging jetzt ein gut gehäufter Teelöffel an meinen Dip. Und tatsächlich. Aus einem gut schmeckenden Dip wurde ein fantastischer, der auf der Zunge tanzt. Klasse. Noch eine Prise Garam Masala zum Abrunden und er ist perfekt.

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Jetzt musste nur noch mein Mann kommen und tatsächlich – da stand er in der Tür. Mit 2,5kg Erdbeeren in der Hand, die er extra für mich gekauft hatte 🙂

Die Falafel mussten nun noch geformt und frittiert werden, aber da ich den Geruch und Fettspritzer nicht in der Wohnung und der Küche haben wollte, zogen wir mit allem, was wir brauchten, an den Grill. Eine große Eisenpfanne hat auf der Sizzlezone Platz genommen, darin wurde ca. 2cm hoch Öl erhitzt.

Die Falafel habe ich nicht als Kugeln geformt sondern plattgedrückt, damit sie in der Pfanne schön schwimmen konnten. Markus kümmerte sich um die Falafel und ich holte alles, was wir zum Essen brauchten, nach draußen. Die Falafel wurden goldbraun ausgebacken.

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Zum Abtropfen wurden sie in eine mit Küchenpapier ausgelegte Schale gelegt, aus der wir sie dann auch gegessen haben.

Falaffel

Und dann saßen wir einfach draußen auf der Bank, beobachteten die Vögel und knusperten unsere Falafel. Die waren total lecker. Sehr schön würzig, zusammen mit dem feurigen Dip hat uns heute das Fleisch nicht gefehlt.

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Und da Markus gerade unsere ganzen Whiskys durchtastet, kommt auch heute wieder ein Review von ihm.

Irgendwie hat mich Falkenstadl vom GSV mit seinem Rocks unwissentlich angestiftet, diesen Whisky mal wieder vom Regal zu holen. Die Destillerie Bruichladdich auf Islay ist eine meiner Liebsten. Alles wird per Hand gemacht, Bruichladdich ist in der Lage selber zu mälzen und alle Whiskys von ihnen haben mindestens 46%, sind nicht kühlgefiltert und ungefärbt. Bruichladdich ist einer der größten Arbeitgeber auf Islay. Finde ich gut.

Heute trinke ich den Bruichladdich Rocks, einem für diese Qualität sehr günstigen Whisky für ca. € 27.

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Meine Tastingnotes:

Nase: Fruchtig. Zitronenschalen, Grapefrucht, Himbeeren, rote Johannisbeeren, leicht holzig und tatsächlich ein bisschen Torf, aber kein Rauch, malzig, Lebkuchen. Erstaunlich komplex für einen so jungen Whisky.
Geschmack: Wieder Torf ohne Rauch, maritime Noten, Salz und Seetang, Himbeeren, Nüsse, und zwar Pecan und Hasel.
Finish: Nicht sehr lange, irgendwo muss man ja merken, dass das ein jungen Whisky ist, aber angenehm. Eine erdige Note bleibt etwas länger.

Fazit: Für den Preis kann man hier nichts verkehrt machen. Das ist ein junger Whisky, der älter erscheint, als er ist. Er verträgt ein paar Tropfen Wasser, die Aromen werden dadurch noch verstärkt. Aber Achtung: Nicht zu viel Wasser. Vorsichtig rantasten.

Ich gab diesem Whisky vor Monaten mal 83 von 100 Punkten, er hat aber einen mehr verdient also korrigiere ich auf 84 von 100.

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1 Kommentar

  1. Anonymous

    Ich lese deinen Blog unheimlich gern!
    Ich bin jetzt schon gespannt, was es am Wochenende wieder schönes bei dir gibt!
    Liebe Grüße, San

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