Das Leben ist schön

Würzige Schweinenuss vom Spieß und der beste Whisky der Welt?

Heute war wieder perfektes Grillwetter. Es ist ja nicht so, dass wir uns vom schlechten Wetter abhalten lassen, jetzt mit dem Gasgrill ist auch bei Regen das Grillen kein Problem. Aber bei Sonnenschein machts doch viel mehr Spaß. Gestern haben wir noch mal Spargel gekauft, die letzte Spargelwoche für dieses Jahr bricht an. Dazu passt ein Schweinebraten doch sehr gut. Wir hatten noch eine Schweinenuss von unserem Bentheimer Schwein im TK, die ich gestern aufgetaut hatte. Heute habe ich mir aus meinem Schrank ein paar Gewürzmischungen, die ich mal gekauft hatte, zusammengesucht und die mir passend erschienenen zu einem Rub zusammengemischt. Damit habe ich die Schweinenuss von allen Seiten eingerieben und noch mal in Frischhaltefolie ein paar Stunden ziehen lassen.

Den Rest der Tätigkeiten verlagere ich nach draußen. Für die Tropfschale schnippele ich Suppengemüse. Dazu kommen Wasser, Salz, Pfeffer, zwei Lorbeerblätter und ein guter Schuss Jacky. Mit dieser Flüssigkeit soll der Braten hin und wieder auch gemoppt werden, eine Sauce wollen wir aber nicht daraus kochen.

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Markus spießt den Braten auf. Die Rotisserie des Napoleon ist wirklich eine Wucht. Sie ist total leichtgängig, der Spieß ist richtig stabil und den Motor hört man überhaupt nicht.

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Ein paar kleine Fitzelchen, die runterhängen (das Auslösen der Nuss haben wir ja selbst gemacht, als wir das Schwein zerlegt haben und wir waren absolut ungeübt), habe ich mit Küchengarn fixiert. Dann darf der Braten Platz nehmen und der Backburner beginnt seine Arbeit.

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Nach knapp zwei Stunden messen wir mal die Kerntemperatur aus und sind mit 68° zufrieden. Ist zwar noch etwas rosa, aber wir kennen die Herkunft und Lagerung des Schweins und wollen den Braten auch nicht zu trocken werden lassen. Während des Garvorgangs haben wir mehrmals den Braten mit der Flüssigkeit benetzt. Der Duft ist einfach umwerfend. Herrlich würzig.

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Wir lassen den Braten auch gar nicht mehr so lange ruhen, sondern legen ihn direkt zum Anschnitt aufs Brett. In der Küche kochen inzwischen die Spargelstangen, die es dazu gibt.

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Der Anschnitt zeigt, wie saftig das Fleisch ist. Weiter zur Mitte hin wird der Braten dann rosa, so ist er wenigstens nicht trocken, was sonst bei der Schweinenuss recht schnell passieren kann, da sie ziemlich mager ist.

Braten

Zusammen mit dem Spargel ist das ein tolles, KH-armes Abendessen. Die Kohlenhydrate nehme ich anschließend in Form von Vanilleeis mit frischen Erdbeeren zu mir *lach*

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Der Geschmack des Fleisches ist wieder mal hervorragend. Der Rub schmeckt mir sehr gut, dabei war er ja nur aus Resten zusammengemischt. Das Bentheimer Schwein hat immer einen ausgezeichneten Eigengeschmack, der uns so gut gefällt. Es ist super saftig und weich und zart, genau so, wie es sein muss.

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Und da hatte ich doch am Anfang noch einen Whisky erwähnt? Den gab es für Markus zum Nachtisch und darum übergebe ich das Wort jetzt an ihn.

Es ist nicht alltäglich, dass Jim Murray in seiner Whiskybibel 97,5 Punkte vergibt. Es ist der „World Whisky 2012“, der Old Pulteney 21. Wir haben uns diesen Whisky direkt in der Old Pulteney Destillerie gekauft. Der Preis dieser Flasche beträgt ca. € 100 und ich meine, wenn es wirklich der beste Whisky der Welt ist, dann ist das nicht zuviel. Wir werden sehen.

Old Pulteney ist die nördlichste Destillerie auf dem schottischen Festland. Nur die beiden auf den Orkney Islands befindlichen Destillerien Highland Park und Scapa liegen noch weiter im Norden. Old Pulteney ist auch eine der wenigen Destillerien, die in einer Stadt sind, in diesem Fall in der Fischerstadt Wick. Wir hatten große Probleme, die Destillerie zu finden. Es gibt exakt 2 Wegweiser, den zweiten davon haben wir übersehen und so mussten wir als alte Geocacher die Destillerie mittels GPS ansteuern. (Für die, die es interessiert: GC2TKXE)

Von außen macht die Destillerie nicht viel her. Wir hatten aber das Glück, dass wir mangels professionellen Tourguides eine Führung durch einen Arbeiter der Destillerie bekamen. Super! Wir konnten überall reinschauen, alles probieren und bekamen zum ersten Mal mit, wie wirklich in einer Destillerie gearbeitet wird. Gut, erzählt bekommt man es immer, aber hier waren wir live dabei. Genial. Old Pulteney wurde 1826 gegründet, hat zwei Stills (von denen eine oben einfach abgeschnitten wurde, weil sie nicht ins Gebäude passte) und gehört der Inver House Gruppe an.

Old Pulteney verwendet fast ausschließlich Ex-Bourbon Fässer. Durch die Meeresnähe ist es ein maritimer Whisky. Man schmeckt die Salznoten in fast allen Old Pulteneys.

So, nun aber zum Whisky, dem 21 jährigen Old Pulteney, dem angeblich bestem Whisky der Welt 2012. Der Whisky ist nicht kühlgefiltert und ungefärbt. Er ist mit einer Stärke von 46% abgefüllt. So muss das sein.

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Wie immer habe ich ein paar Tropfen Wasser zugefügt.

Nase: Fruchtig. Birnen, Äpfel, Pfirsich, auch Südfrüchte, wie Mango und Papaya. Im Hintergrund erschnuppere ich Gewürze, wie weißen Pfeffer, Thymian und Piment. Erstaunlich frisch für einen 21jährigen Whisky. Sehr interessant.

Geschmack: Arrival ist ölig, rund. Salzige Noten folgen, dazu Honigsüße, Karamell. Man schmeckt die Vanille der Ex-Bourbon Fässer. Außerdem schmecke ich Tim-Tams, kennt die hier jemand? 😉

Der Abgang ist trocken, salzig und sehr lang. Ich habe die ganzen Notes geschrieben und er hält immer noch an. Das ist toll.

So, ist er nun der beste Whisky? Nein, ist er nicht. Es ist gut, sehr gut sogar. Aber meiner Meinung nach keinesfalls die 97,5 Punkte wert, die Jim Murray ihm gegeben hat. Aber das ist ja zum Glück Geschmackssache.

Ich gebe ihm 92 Punkte. Der Whisky macht Spaß. Man entdeckt immer neue Geruchs- und Geschmacksnoten. Ich würde ihn wieder kaufen.

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